Backup-Software Amanda wird robuster und schneller
Die freie Backup- und Recovery-Software Amanda wartet in Version 2.6 mit Verbesserungen in Sachen Performance, Sicherheit und Konfigurierbarkeit auf. Ein neues Geräte-API vereinfacht die Einbindung verschiedenster Speichermedien.
Das Amanda-Entwicklerteam hat Version 2.6 der quelloffenen Backup-Software freigegeben. Das neue Release kommt fast genau zwei Jahre nach der Veröffentlichung der vorigen Version Amanda 2.5. Der Quellcode steht auf der Projekt-Website zum Download bereit. Binärpakete für diverse Linux-Distributionen stellt die US-amerikanische Firma Zmanda zur Verfügung. Sie bietet neben der freien Amanda Community Edition eine um professionellen Support und Enterprise-Features erweiterte Unternehmensversion der Backup- sowie Recovery-Software und beteiligt sich aktiv an der Amanda-Community und an der Weiterentwicklung der Software.
Amanda 2.6 bringt eine Reihe von Verbesserungen in Bereichen wie Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit sowie bei der Verwaltung der Sicherungsmedien. Die Werkzeuge amserverconfig und amaddclient sollen die Konfiguration sowohl des Backup-Servers als auch die der zu sichernden Clients vereinfachen. Ein neuer Suchalgorithmus zeichnet für das schnellere Auffinden von Daten zuständig, die zurückgespielt werden sollen. Amcheckdump, das die Tools amverify und amverifyrun ersetzt, überprüft bei Bedarf die Wiederherstellungsfähigkeit gesicherter Daten, indem es einen Trockenlauf durchführt.
Das Amanda-Projekt – das Akronym steht für Advanced Maryland Automated Network Disk Archiver – kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Grundstein wurde Anfang der Neunzigerjahre an der University of Maryland gelegt. Die Lösung greift auf Bordwerkzeuge wie tar und dump zurück und kann Backups seit Version 2.4.3 nicht nur auf Band, sondern auch auf Festplatten oder RAID-Systeme ablegen. Das jetzt in Version 2.6 hinzugekommene neue Geräte-API vereinfacht zudem die Einbindung anderer Speichersysteme und -medien wie FTP-Server oder auch Amazons Online-Storage-Dienst S3. Noch in Arbeit ist eine Applikationsschnittstelle, mit der Entwickler ihre Programme fit für die Sicherung mit Amanda machen können.
Während der Amanda-Server unter Linux und seit Kurzem auch unter Solaris läuft, lassen sich mit dem System auch Windows-, Mac-OS-X- und Unix-Clients sichern. Bei Windows-Datenbeständen kommt die freie CIFS-Implementierung Samba zum Einsatz. Für das kommerzielle Zmanda Enterprise bietet Zmanda auch einen nativen Client. (akl)