Mobilkom Austria muss Tarif-Diskriminierung von 3 beenden

Im Rahmen der Ăśbernahme der Tele2-Mobilfunktochter hat Mobilkom-Austria Selbstverpflichtungen abgegeben, die ein Verfahren vor dem Kartellgericht abwenden.

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Der österreichische Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria muss die tarifliche Diskriminierung des kleinsten Mobilfunk-Netzbetreibers 3 einstellen. Dies geht aus den Selbstverpflichtungen hervor, die der Mobilkom-Mutterkonzern Telekom Austria (TA) gegenüber der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) abgegeben hat, um die Übernahme der Mobilfunktochter von Tele2 (TWAUSMOB GmbH) zu beschleunigen. Mit den Selbstverpflichtungen wurde ein Verfahren vor dem Kartellgericht abgewendet.

Gegenwärtig sind Verbindungen zu 3 aus den Freiminutenpaketen einiger A1-Tarife ausgenommen, 3 kann nicht als gratis erreichbares Wahlnetz ausgesucht werden. In der Selbstverpflichtung (PDF-Datei) heißt es, Mobilkom werde "mehrere neue oder adaptierte Tarifmodelle mit inkludierten Minutenvolumina oder Wahlnetzoption auf den Markt bringen, welche den Mitbewerber Hutchison 3G Austria GmbH gegenüber den anderen Mitbewerbern in Österreich im Hinblick auf Tarifmodelle mit vergleichbarem Service- und Leistungsangebot nicht diskriminieren". Endkunden sollen auch Tarife zur Verfügung stehen, die Gespräche in das H3G-Netz nicht diskriminieren und für Endkunden wirtschaftlich attraktiv seien.

Zu den weiteren Auflagen gehört das Verbot, die bisher von Tele2 angebotenen Mobilfunktarife Neukunden aktiv anzubieten. Bereits im existierende Startpakete dürfen aber noch aktiviert werden. Auch die Wortbildmarke Champion darf die TA nicht führen. Außerdem verzichtet die TA auf die Einhaltung von Mindestvertragslaufzeiten, was jedoch nur für die kleine Gruppe der Tele2-Mobilfunkkunden mit Rechnungslegung (Postpaid) von Belang ist.

Mit der TWAUSMOB GmbH hat die TA über 100.000 Tele2-Mobilfunkkunden übernommen, die hauptsächlich umsatzschwache Prepaid-User sind. Sie werden schrittweise vom One- ins Netz der Mobilkom übergeführt. Mittels manueller Netzwahl können die bisherigen Tele2-Kunden schon seit dem Wochenende in das Mobilkom-Netz wechseln. Ihre Tarife bleiben unverändert.

Nicht weiter telefonieren kann jedoch die überschaubare Schar der Kunden von C-Cube Mobile. C-Cube war ein Mobilfunk-Untermieter von Tele2 und offerierte eigene SIM-Karten mit günstigen Tarife für Gesprächsverbindungen vom Handy ins Ausland. Als Teil der Selbstverpflichtung muss die TA den zugrunde liegenden Großhandelsvertrag kündigen. Tele2 wird die Kunden per SMS darüber informieren, dass der Dienst eingestellt wird. Davon dürften jedoch nur mehr weniger als 1000 Nutzer betroffen sein. Sie können auf ähnliche Angebote von YouTalk, ProcosFM, Vinmobile, eety, Yesss oder dem gestern gestarteten Hello Mobile umsteigen. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)