"Buy Panasonic": Elektronik-Riese fordert von Managern Kauf eigener Produkte
Höhere Angestellte des Unterhaltungselektronikkonzerns sollen bis Juli Panasonic-Produkte im Wert von 850 Euro kaufen - trotz drastisch gekürzter Gehälter.
- Thomas Pany
Der japanische Elektronik-Riese Panasonic, der Anfang Februar wegen Stellenstreichungen, Werkschließungen und Milliardenverlusten in die Schlagzeilen geriet, will Geld von seinen Mitarbeitern. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg heute berichtet, fordert das Unternehmen, das immer wieder als weltgrößter Unterhaltungselektronikhersteller bezeichnet wird, von 10.000 Managern, dass sie bis Juli dieses Jahres jeweils Panasonic-Geräte für umgerechnet etwa 850 Euro kaufen. Entsprechend rechnet Panasonic laut Unternehmenssprecher Takahisa Ito mit einem Verkaufserlös von 8,5 Millionen Euro. Weiter erklärte Ito, dass von den Mitarbeitern keine Auskunft darüber gefordert würde, welche Produkte sie gekauft haben und wo sie sie erstanden haben.
Nach Angaben der britischen Zeitung Times erwartet das Unternehmen von seinen Spitzenmanagern noch etwas mehr Engagement, was den loyalen Konsum angeht – die höheren Etagen seien zu einem Kauf eigener Produkte für 1700 Euro "ermutigt" worden. Dass die Zahl der Manager, die den Kaufappell ablehnen, hoch sein könnte, fürchtet nach Angaben des Sprechers niemand in der Unternehmungsführung. Obwohl die Laune der Manager wegen der jüngsten drastischen Gehalts- und Bonuskürzungen ziemlich angegriffen sei, wie die britische Zeitung über Gespräche mit Mitabeitern herausfand.
Ito wies darauf hin, dass solche Kampagnen nicht unüblich seien, zuletzt habe man die Mitarbeiter während der Rezession im Jahr 2002 darum gebeten, hauseigene Produkte zu kaufen. Es sei aber das erste Mal, dass man eine genaue Verkaufserlösvorgabe und einen Termin genannt habe.
Es sei gut möglich, dass andere japanische Unternehmen dem "Buy Panasonic"-Beispiel folgen, schreibt die Times: Toyota habe bereits in aller Verschwiegenheit einem "Freiwilligen-Modell" zugestimmt, demzufolge 2200 leitende Angestellte sich dazu entschlossen haben, neue Autos aus der Toyota-Fabrikation zu kaufen. Und der Präsident von Fujitsu soll in einer Mail an die Angestellten nahegelegt haben, dass es doch schön wäre, wenn mehr Mitarbeiter Fujitsu-Computer und -Mobiltelefone ihr eigen nennen könnten. ()