Innovationspreis: Gesellschaft für Informatik stellt Preisträger vor
Eine Panorama-Wurfkamera und eine Webanwendung zur Tinnitus-Therapie zeichnete die GI auf ihrer Jahrestagung mit dem Innovations- und Entrepreneur-Preis aus.
Gleich zwei Preisträger zeichnete die Gesellschaft für Informatik (GI) mit ihrem Innovations- und Entrepreneur-Preis aus. Unter den 68 Kandidaten machten die Macher hinter Panospective und Tinnitracks das Rennen. Mit ihrer Panoramo-Wurfkamera konnten das Berliner Start-up Panospective bereits zum wiederholten Male einen Preis einheimsen. Demo-Videos auf Youtube des Kameraballs aus grünem Hartschaum, dessen Innenleben auf eine Diplomarbeit zurückgeht, wurden bereits über drei Millionen Mal angeklickt.
Der Prototyp enthält insgesamt 36 Kameramodule mit je zwei Megapixel Auflösung(Gesamtauflösung 72 Megapixel), die gemeinsam jede Richtung abdecken. Ein Beschleunigungssensor bestimmt bei einem Wurf den höchsten Punkt und löst damit alle Kameramodule gleichzeitig aus. Das Ergebnis, ein vollständiges Panoramabild (360° horizontal und vertikal) kann nach der Landung mittels USB-Anschluss heruntergeladen werden.
Weniger spektakulär, aber auf den zweiten Blick ebenso beeindruckend ist Tinnitracks der Hamburger Medizintechnik-Firma Sonormed. Die mit Ruby-on-Rails realisierte Webanwendung , die der Therapie von Tinnitus-Patienten dient, bereinigt die Lieblingsmusik Betroffener um störende Frequenzen. Das Hören dieser individuell aufbereiteten Musik soll für Linderung sorgen, da Tinnitus-Neuronen hierdurch nachhaltig beruhigt werden. Um die Therapie zu starten, muss im ersten Schritt die individuelle Tinnitus-Frequenz eingestellt werden. Im Anschluss wählt man die eigene Lieblingsmusik aus und lädt sie in die Server-Farm hoch. Dort wird sie gemäß der individuellen Tinnitus-Therapie aufbereitet und im Anschluss zum Abspielen heruntergeladen. In Planung ist zudem, dass Tinnitracks, das derzeit von 25 Patienten getestet wird, künftig mit Musik-Streaming-Diensten gekoppelt werden kann.
Ähnlich wie Panospective konnte sich Sonormed mit ihrer Entwicklung in diversen Gründerwettbewerben durchsetzen. Mit der jetzigen Auszeichnung erhielten beide Preisträger von der GI einen Geldpreis von je 3000 Euro. Die Auszeichnung fand am Dienstag im Rahmen der Jahrestagung INFORMATIK 2013 des Informatikervereins auf dem Campus der Uni Koblenz statt. Die Tagung, die bis einschließlich Freitag dauert, umfasst neben der Jahrestagung fünf weitere Spezialkonferenzen, unter anderem zu E-Government und Künstliche Intelligenz.
(js)