Ex-Chefs der "Neuen Elsa" sollen sich vor Gericht verantworten
Die Staatsanwaltschaft Aachen hat Anklage gegen die Ex-Geschäftsführer der "Neue Elsa GmbH" wegen Insolvenzverschleppung und Hinterziehung von Sozialbeiträgen erhoben. Die Firma war nach der Pleite des Grafik- und ISDN-Spezialisten Elsa gegründet worden,
Die Chefs der Nachfolgefirma der früheren Elsa AG müssen sich voraussichtlich wegen Insolvenzverschleppung und Hinterziehung von Sozialbeiträgen vor Gericht verantworten. Wie die Aachener Zeitung berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den "eingetragenen Geschäftsführer" Peter T. sowie den "faktischen Geschäftsführer" Theo-Josef B. erhoben. Die "Neue Elsa" war nach der Pleite des Grafik- und ISDN-Spezialisten Elsa AG gegründet worden, hatte aber später ebenfalls wegen Zahlungsunfähigkeit den Betrieb einstellen müssen.
Laut Gutachter war die Firma spätestens Anfang Juli 2003 zahlungsunfähig und die Geschäftsführung hätte innerhalb von drei Wochen Insolvenzantrag stellen müssen, was aber nicht erfolgte. Ehemalige Mitarbeiter berichten unterdessen davon, dass bereits Ende 2002 Gehälter nicht gezahlt wurden. Dennoch arbeiteten viele Beschäftigte weiter, da sie laut Aachener Zeitung "den Geschichten von Investoren und Steuerrückzahlungen ihrer Geschäftsführung" glaubten. Erst der Antrag der Techniker-Krankenkasse auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens bereitete dem Spuk ein Ende.
Das Insolvenzverfahren konnte später mangels Masse jedoch nicht eröffnet werden, Gläubiger gingen leer aus. Insolvenzverwalter Heinrich C. Friedhoff berechnete im Jahr 2004 einen Schuldenberg von sechs Millionen Euro, den die Gesellschaft aufgetürmt habe. Vor Gericht in Aachen wird es unter anderem um nicht abgeführte Arbeitnehmeranteile gehen, die sich auf weit über 100.000 Euro summieren sollen. Werden die Ex-Geschäftsführer wegen Insolvenzverschleppung verurteilt, drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen. (pmz)