Netbook ohne Massenspeicher

Bisher unterscheiden sich die Billig-Subnotebooks darin, ob sie Flashspeicher oder eine Festplatte haben. Emtecs 10-Zöller Gdium verzichtet auf beides.

vorlesen Druckansicht 283 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Ein Unterscheidungskriterium für die Billig-Subnotebooks (auch Netbooks genannt) ist bisher der Massenspeicher: In einigen kommt eine herkömmliche Festplatte zum Einsatz, in anderen ein Flash-Speicher mit 2 bis 12 GByte Kapazität. Einen dritten Weg geht nun Emtec mit dem Netbook Gdium – es kommt ganz ohne internen Massenspeicher. Stattdessen sitzen Betriebssystem, Anwendungen und Daten auf einem USB-Stick, den Emtec G-Key nennt.

Als Vorteil dieser Lösung führt Emtec an, dass die Daten so besser geschützt sind (wenn man den Stick bei sich trägt) und dass mehrere Anwender mit eigenen G-Keys besser ihre Daten und Konfigurationen voneinander trennen können. Hat man in einer Familie oder Firma mehrere Gdiums, entfällt dadurch das individuelle Umkonfigurieren und jeder Anwender hat seine personalisierte Arbeitsumgebung direkt auf dem Stick – eine Lösung, die sich allerdings mit virtuellen Maschinen auf jedem Notebook realisieren ließe.

Als Prozessor kommt der nicht x86-kompatible Longsoon 2F zum Einsatz, der sich nicht fĂĽr Windows XP eignet. Stattdessen ist auf dem mitgelieferten G-Key eine MIPS64-Variante von Mandriva Linux samt Open Office, Firefox, Thunderbird, Gimp und weiteren Programmen installiert.

Das Display hat eine Diagonale von 10 Zoll und zeigt 1024 × 600 Punkte. Die Gehäusegröße von 25 cm × 18,2 cm × 3,2 cm lässt auf ein Tastenraster von 17 mm oder weniger schließen. Vor der Tastatur sitzt ein kleines Touchpad mit seitlich angebrachten Maustasten. Der Hauptspeicher umfasst 512 MByte. Als Schnittstellen sind WLAN (802.11b/g), LAN, drei USB-Buchsen, VGA, SDHC-Kartenleser, Audioanschlüsse und eine Webcam vorhanden. Die Laufzeit soll vier Stunden betragen, das Gewicht bei 1,1 Kilogramm liegen.

Emtec will das Gdium ab September in den Farben weiß, schwarz und rosa verkaufen und nennt als Preis unklare "unter 399 Euro". Später soll ein Bluetooth- und ein DVB-T-Modul erscheinen. Zum Vergleich: Das One A440 mit 10-Zoll-Display, x86-kompatibler CPU und 80 GByte großer Festplatte kostet derzeit 319 Euro, die schlecht lieferbaren 10-Zöller Medion Akoya Mini E1210 und MSI Wind kosten mit 80er-Platte und Windows XP 400 Euro. (jow)