Video-on-Demand-Client speziell für Pornofilme
Unter dem Namen "FyreTV" hat Wreal eine komplette Video-on-Demand-Lösung gestrickt, die Flatrate-Züge trägt.
Mit Wreal stellt lediglich ein Unternehmen auf beiden derzeit parallel in Las Vegas laufenden Messen aus: Mit einem kleinen Stand während einer Veranstaltung für die Presse im Rahmen der Consumer Electronics Show und mit einem großen Stand inklusive Showbühne auf der AVN Adult Entertainment Expo (AEE). Und tatsächlich passt die von Wreal vorgestellte FyreTV Box als Video-on-Demand-Client speziell für Pornofilme nüchtern betrachtet gleichermaßen in beide Bereiche – wenn auch der offene Zuspruch der Messebesucher bei der AEE deutlich größer war.
FyreTV ist nicht nur eine gewöhnliche technische VoD-Lösung, auf der auch Erwachsenenunterhaltung laufen kann. Vielmehr handelt es sich um einen speziellen Pornofilm-Service mit Flatrate-Zügen: Im monatlichen Preis von 9,95 US-Dollar ist nicht nur die Miete für die Empfangsbox enthalten, sondern auch 100 Credits. Eine Minute Film kostet 1, 1,5 oder 2 Credits, zusätzliche Credits kosten zwischen rund 0,08 und 0,25 US-Dollar. Angeboten werden die Titel etlicher Studios, die nach Angaben von FyreTV gewöhnlich in Häppchen mit einer Laufzeit von 20 Minuten zerlegt sind. Allerdings wird laut Entwickler ohnehin minutengenau abgerechnet, sodass der Anwender nur dafür bezahlt, was er tatsächlich angeschaut hat. Wer eine bestimmte Stelle in einem Clip sucht, kann laut Wreal vor- und zurückspulen, ohne dass dieser Vorgang berechnet wird. Die Box besitzt einen HDMI-Anschluss und ist zudem mit einer Oberfläche ausgestattet, die unter anderem die Suche nach Darstellern und Subgenres erlaubt.
Laut Wreal benötigt der Kunde für beste Bildqualität, die sich auf DVD-Niveau bewegt, einen Internet-Breitbandzugang mit einer Downstreamrate von mindestens 2 MBit/s. FyreTV bietet die Videos jedoch auch noch in zwei niedrigeren Qualitätsstufen an – nach Angaben der Entwickler unter anderem auch deshalb, um beispielsweise anderen Haushaltsmitgliedern noch Bandbreite übrig zu lassen.
Auch bei anderen aktuellen Entwicklungen gibt es zwischen den beiden Messen Überschneidungen: So erklärte Joone, seines Zeichens Gründer des Unternehmens Digital Playground und Regisseur äußerst erfolgreicher Pornofilme in HD, dass sein Unternehmen in Kürze die erste Blu-ray Disc mit Internetanbindung (BD-Live) herausbringen wird. Konkrete BD-Live-Funktionen wollte Joone aus Wettbewerbsgründen nicht nennen. Digital Playground hat seit Ende 2007 bislang 75 Titel auf Blu-ray Disc veröffentlicht und generiert nach eigenen Angaben bereits 25 Prozent seines Umsatzes mit den HD-Discs. Von 18 auf der diesjährigen CES präsentierten Blu-ray-Player sind 13 BD-Live-tauglich.
Sehr interessiert zeigte sich Joone auch an 3D- und HD-Video jenseits der aktuell höchsten HDTV-Auflösung 1080p. Digital Playground setzt bereits seit dem vergangenen Jahr als bislang einziges Unternehmen im Adult-Entertainment-Sektor eine Digitalkamera vom Typ Red One ein, um 4K-Aufnahmen anzufertigen. Zudem informiert sich Joone nach eigenen Angaben derzeit über die verfügbaren 3D-Produkte am Markt. Entscheidend sei nach Angaben des Regisseurs, dass sich diese problemlos in die Produktionen einbinden ließen, die in der Pornoindustrie zügiger abliefen als in Hollywood.
Joone zeigte sich auch interessiert an FyreTV, wollte allerdings noch keine verbindliche Aussage machen. Digital Playground hat bereits ein Video-On-Demand-Angebot im Internet, welches unter anderem auch für die Darstellung auf Apples iPod optimiert wurde. Dieses käme bei den Konsumenten laut Joone gut an. (nij)