Samsung toppt Dell beim Monitorverkauf

Erstmals seit Ende 2001 hat Samsung dem US-Konkurrenten die Krone als weltweit größter Monitoranbieter streitig machen können.

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Erstmals seit Ende 2001 hat Samsung PC-Hersteller Dell die Krone als weltweit größter Monitoranbieter streitig machen können. Die Koreaner schoben ihre Displays im dritten Quartal 2007 mit einem Zuwachs von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf Platz eins unter den weltweit verkauften Monitormarken.

Die Hersteller belieferten insbesondere die EMEA-Regionen (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) mit Geräten – 37,7 Prozent aller weltweit verkauften Monitore wurden nach Angaben des Marktforschungsinstituts DisplaySearch in EMEA verkauft. Während der Zuwachs gegenüber dem Vorquartal hier beachtliche 20 Prozent betrug, konnte Samsung sogar 37 Prozent mehr Geräte absetzen als im zweiten Quartal. LG und Acer legten um 21 respektive 20 Prozent zu, während Dell im gleichen Zeitraum 2 Prozent weniger Monitore in EMEA verkaufen konnte.

Der geringere Monitorabsatz bei Dell hat nach Einschätzung der Analysten von DisplaySearch gute Gründe: Derzeit werden weniger Monitore im Bundle mit neuen PCs gekauft. Stattdessen ersetzen viele private Anwender und kleinere Unternehmen ihre LC-Displays der ersten Generation durch aktuelle Monitore. Die Kunden des PC-System-Anbieters Dell sind aber vor allem im Umfeld großer Unternehmen, Universitäten und Behörden zu suchen, und diese Klientel wartet mit einem Update ihrer PC-Systeme derzeit ab. Frühestens ab dem kommenden Jahr rechnen die Analysten hier im Zuge des Updates auf Windows Vista mit Monitor-Neukäufen. Diese Einschätzung bestätigt sich auch beim Blick auf die Rangliste der führenden Brands in EMEA: Mit Samsung (19 Prozent Anteil), LG (14,5 Prozent) und Acer (9,3 Prozent) liegen drei Unternehmen vorn, die ihre Monitore vornehmlich unabhängig von PCs verkaufen. Erst auf den Plätzen vier und fünf folgen mit HP (9,3 Prozent) und Dell (8 Prozent) PC-System-Anbieter.

Als zweiten Faktor für die schwächelnden Monitorverkäufe bei Dell sieht DisplaySearch die auch in Notebooks dominanten Breitbildschirme: Samsung und Acer setzen seit geraumer Zeit stark auf 16:10-formatige Monitore – rund die Hälfte aller LCDs zeigt bei beiden Herstellern Breitbild – und LG hat den Anteil an Breitformaten gegenüber der ersten Jahreshälfte von 26 Prozent auf 47 Prozent aller verkauften Monitore kräftig ausgebaut. Bei Dell findet man die von vielen Anwendern bevorzugten Widescreen-LCDs dagegen nur in rund einem Viertel aller Geräte. Sobald die klassische Kundschaft Dells ebenfalls Vorteile in den breitformatigen Schirmen sieht, erwarten die Analysten mehr Bundles aus PC und 16:10-Display.

In den stark wachsenden Märkten wie etwa China dürften solche Überlegungen noch keine große Rolle spielen. Hier hat Dell vielmehr mit anderen Problemen zu kämpfen – der Systemhersteller hat in diesen Zukunftsmärkten noch keine besonders starke Position, da die IT-Infrastruktur etwa in China allgemein nicht so weit vorangeschritten ist und es dementsprechend an der typischen Dell-Kundschaft mangelt. (uk)