Premiere an Sat.1 interessiert
Der Münchner Bezahlfernsehsender will mittelfristig seinen Umsatz erheblich steigern. Dazu beitragen könnte eine Übernahme des Privatsenders Sat.1.
Der Bezahlfernsehsender Premiere ist an einer Übernahme des Berliner Privatfernsehsender Sat.1 interessiert. Das berichtet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe. Es gebe aber noch keine Verhandlungen mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1, das mehrheitlich den Finanzinvestoren Permira und KKR gehört. Premiere arbeitet bei Sportereignissen bereits mit Sat 1 zusammen und reicht einige Übertragungsrechte weiter. Mit einem Kauf von Sat.1 könne der Pay-TV-Sender seine Wertschöpfungskette erweitern und von Größenvorteilen im Film- und Sportrechteeinkauf profitieren, sagte Premiere-Vorstandschef Michael Börnicke.
Börnicke hat laut dem Bericht als Ziel anvisiert, den Umsatz mittelfristig von einer Milliarde auf zwei bis drei Milliarden Euro zu steigern. Dafür sei ein Sender wie Das Vierte, der zum Kauf angeboten wurde, als Nischenkanal zu klein. Börnicke hat mit dem US-Medienkonzern News Corp. einen finanzstarken Großaktionär im Rücken. Der Konzern des Medienmoguls Rupert Murdoch war im Januar bei Premiere eingestiegen und hat im Februar seinen Anteil an Premiere auf 22,7 Prozent gesteigert. Heute hat der Sender mitgeteilt, dass Turner Broadcasting, die Fernsehtochter des US-Medienkonzerns Time Warner, sich zu 8,5 Prozent an der Satellitenplattform Premiere Star beteiligt. (anw)