Britische Regierung plant weiterhin Kfz-Maut

2010 sollen nach Medienberichten die ersten Tests mit GPS-Empfängern beginnen, bei denen die gefahrenen Kilometer abgerechnet werden.

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Von
  • Florian Rötzer

Die britische Regierung plant weiterhin die Einführung einer flächendeckenden Fahrzeugmaut. Nach Informationen des britischen Telegraph wurden für erste Tests bereits acht Bezirke ausgewählt, darunter Leeds, North Yorkshire und Essex. Ab Januar 2010 sollen zunächst 100 Fahrzeuge in jeder der ausgewählten Regionen die Technik erproben, die vermutlich ähnlich wie beim deutschen Toll Collect auf einer On-Board Unit mit einem GPS-Empfänger basiert. Angeblich will das Verkehrsministerium demnächst mit vier Unternehmen Verträge zum Test der Technik für die Straßenbenutzungsgebühren abschließen. Drei weitere Unternehmen sollen das System überwachen und sicherstellen, dass korrekt abgerechnet wird.

Sollte die umstrittene Maut eingeführt werden, müssten Autofahrer bis zu 1,30 britische Pfund (1,60 Euro) pro Meile während der Stoßzeiten auf den am dichtesten befahrenen Straßen bezahlen. Abgerechnet werden soll je nach Fahrverhalten wöchentlich oder monatlich.

Allerdings ist ungewiss, ob das vom Finanz- und Verkehrsministerium gewünschte und aus der Blair-Zeit stammende Projekt auch wirklich umgesetzt wird. Der britische Premierminister Gordon Brown soll, schon aufgrund seines derzeitigen schwierigen politischen Stands, gegen die in der Öffentlichkeit ungeliebte Fahrzeug-Maut sein. Während der Regierungszeit von Tony Blair hatten bereits 1,8 Millionen Menschen eine Petition gegen das Projekt unterzeichnet. Die oppositionellen Konservativen lehnen die Einführung ab und warnen davor, dass es mit der unerprobten Technik der Satellitenüberwachung zu einem "IT-Desaster" kommen könne. Zudem gibt es Zweifel, ob mit der Straßenbenutzungsgebühr tatsächlich Staus bekämpft werden können. Verwiesen wird auf die City-Maut in London, die kaum etwas gebracht habe. Im Verkehrsministerium wird gesagt, es sei noch kein Beschluss gefasst worden, von einer möglichen Einführung sei man noch weit entfernt. (fr)