Preise im Schweizer Telekom-Markt erneut leicht gesunken

Obwohl die Schweiz gern als "Hochpreisinsel" bezeichnet wird, liegen die Kosten für die Festnetztelefonie inzwischen auf EU-Niveau. Die Preise für Breitbanddienste seien zwar weitgehend stabil, allerdings erhalten die Nutzer weit höhere Übertragungsraten.

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Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen sind in der Schweiz auch im Jahr 2007 leicht gesunken, meldet das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM). Wie jedes Jahr, erhob es die durchschnittlichen Kosten für Festnetz-, Mobiltelefonie und Breitbanddienste für niedrige, mittlere und hohe Nutzung der jeweiligen Dienste. Für Festnetzverbindungen zahlten die Konsumenten demnach im Vergleich zum Vorjahr bis zu 4,7 Prozent, für die Mobiltelefonie bis zu 3,3 Prozent weniger. Die Preise für Breitbanddienste seien weitgehend stabil geblieben, allerdings erhalten die Nutzer um bis zu 56 Prozent höhere Übertragungsraten zum selben Preis, so das BAKOM. Obwohl die Schweiz gern als "Hochpreisinsel" bezeichnet wird, haben sich vor allem die Kosten für die Festnetztelefonie in den vergangenen Jahren dem EU-Niveau angepasst. Andere Leistungen, wie Mobilfunkdienste, sind hingegen immer noch klar teurer als in der EU.

Im Schweizer Festnetz sind die Preise im Jahr 2007 im Vergleich zur Vorjahresperiode zwischen 2,1 Prozent (geringe Nutzung) und 4,7 Prozent (hohe Nutzung) gesunken. Die niedrigeren Preise seien vor allem auf günstigere Tarife bei Anrufen aus dem Festnetz auf Mobiltelefone zurückzuführen. Für internationale Telefonate und Anrufe ins Festnetz hätten sich die Preise gegenüber dem Vorjahr kaum verändert und Unterschiede zwischen verschiedenen Anbietern von Festnetzdiensten gebe es praktisch nicht. Eine Ausnahme seien die Produkte des größten Schweizer Kabelfernsehanbieters Cablecom, der gegenüber seinen Konkurrenten einen günstigeren Preis für den Hausanschluss verlangt und Gratisanrufe am Wochenende sowie außerhalb von Stoßzeiten anbietet.

Im Schweizer Mobilfunknetz sind die Preise zwischen 1 Prozent (hohe Nutzung) und 3,3 Prozent gesunken (mittlere Nutzung) - wegen Anpassungen bei einigen Tarifmodellen sowie weitergegebenen Senkungen der Mobilterminierungsgebühren. Die Preise für Handy-Anrufe ins Festnetz sowie für SMS und MMS seien praktisch unverändert geblieben. Allerdings konstatiert das BAKOM sehr unterschiedliche Tarife bei den verschiedenen Anbietern, vor allem für Konsumenten mit einer geringen Handy-Nutzung. Die Differenz zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tarif betrage 68 Prozent.

Für Internet-Breitbandangebote, ob Kabel oder xDSL, hätten sich die Preise seit 2004 kaum verändert. Die Leistung habe aber zugenommen, da die Bandbreiten die man für den gleichen Preis erhalte, im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 56 Prozent höher sind (mittlere Nutzung). Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind zwar gering, jedoch hätten die Kabel-Anbieter in der Regel die günstigeren Angebote für Kunden mit mittlerer Nutzung von Breitbanddiensten.

Das Bakom nimmt an, dass in der Schweiz eine Belebung des Marktes eintreten könnte, wenn die Liberalisierung der Letzten Meile ihre Wirkung entfaltet. Erste Anzeichen dafür seien bereits in den letzten Wochen zu beobachten. Entsprechend rechnet das Amt im Verlaufe des Jahres 2008 mit verbesserten Angeboten.

In Deutschland hingegen sind die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen im Oktober 2007 gegenüber Oktober 2006 um 0,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt Anfang November mit. Im Festnetz stiegen die Kosten um 1,8 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Der Preisindex für die Mobiltelefonie sank im Oktober 2007 um 1,7 Prozent gegenüber dem vor zwölf Monaten. Bei Internet-Dienstleistungen verzeichneten die Statistiker für Oktober 2007 einen kräftigen Preisrückgang. Demnach lagen die Preise um 6,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. (Tom Sperlich)/ (dz)