Smartphones als Seismometer-Netzwerk

Geologen suchen schon lange nach besseren Möglichkeiten verlässliche Erdbeben-Messdaten über sehr große Gebiete in Echtzeit zu generieren. Eine neue Studie zeigt, dass sich aktuelle Smartphones für ein solches Netzwerk eignen.

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Von
  • Olaf Göllner

Laut einer aktuellen Studie eignet sich die Empfindlichkeit der Beschleunigungssensoren vieler Smartphones für die Messung von Erdbeben mit einer Magnitude größer als Fünf, sofern sich das Smartphone in der Nähe des Epizentrums befindet. Die italienischen Wissenschaftler D'Alessandro und D'Anna vom Instituto Nazionale di Geosifica e Vulcanologia verglichen dabei unter anderem einen aktuellen Sensor (LIS331DLH) der Firma STMicroelectronics mit einem kommerziellen Seismometer (EpiSensor ES-T).

Der LIS331DLH (hier auf dem STEVAL-MKI089V1-Breakout) beginnt bei ±2g. Der Sensor-Chip befindet sich u.a. im iPhone 4 und eignet sich gut für die Erfassung von Erdbeben ab mittlerer Stärke.

Der EpiSensor ES-T erlaubt eine Aufzeichnung von ± 0,25g bis ± 4g.

Die Tests belegen, dass sich Smartphones mit entsprechenden Sensoren für den Aufbau eines Netzwerks zur Echtzeitmessung von Erdbeben eignen. Smartphone-Netze lassen sich somit als kostengünstige Mess-Stationen einsetzen. Die vollständige Studie mit dem Titel "Suitability of low-cost three-axis MEMS accelerometers in strong-motion seismology: tests on the LIS331DLH (iPhone) accelerometer" ist in der Oktoberausgabe der BSSA (Bulletin of the Seismological Society of America) veröffentlicht. (ogo)