Native Instruments drängt mit Maschine 2.0 ins Musik-Studio
Neues Controller-Pult, neue Software: Native Instruments peppt sein Musikproduktionssystem Maschine gehörig auf. Wir haben bereits einen Blick auf die Hard- und Software werfen können.
Nur knapp ein Jahr nach der Vorstellung von Maschine MKII will Native Instruments am 1. November eine komplett ĂĽberarbeitete Version seines Produktionssystems fĂĽr elektronische Musik auf den Markt bringen. Maschine Studio besteht aus einer Sequencer-Software fĂĽr Mac OS X und Windows sowie einem angepassten Hardware-Controller.
Die Möglichkeiten gehen weit über die eines klassischen Drum-Computers hinaus. Auch Bass- und Synthie-Spuren lassen sich über die 16 anschlagdynamischen Pads einspielen oder im Step-Sequencer programmieren. Neben MIDI-Signalen verarbeitet der Sampler auch Audio-Aufnahmen sowie Loops und eignet sich für Live-Sets von DJs. Eine "echte" Digital Audio Workstation (DAW) ersetzt Maschine jedoch nicht, dazu ist sie zu unflexibel beim Arrangement einzelner Sounds und Loops und erlaubt auch keine Automatisierung von Parametern über einen gesamten Song, sondern nur innerhalb einzelner Abschnitte und Sequenzen.
Der Namenszusatz Studio verrät bereits, dass der große Controller nun nicht mehr in den Rucksack passt, sondern als Bedienpult in (Heim-)Studios vorgesehen ist. Auffälligste Neuerung gegenüber den bisherigen Maschine-Controllern sind zwei große Farb-Displays, die den Blick zum Monitor ersparen. Sie erleichtern das Browsen in den Musik-Datenbanken, laden Plug-ins, erlauben das Editieren von MIDI-Sequenzen, das Zurechtschneiden von Samples und das Mischen der einzelnen Spuren. Ein großes Jog-Wheel sowie zusätzliche Editiertasten erleichtern die Navigation und ersparen den bisher nötigen Druck auf die Shift-Taste.
Eine Pegelanzeige in der rechten oberen Ecke zeigt wahlweise die Lautstärke eines Sounds, einer Instrumenten-Gruppe oder des Master-Kanals an. Zusätzlich lassen sich vier Instrumenteneingänge und das Vorhörsignal auspegeln. An der Rückseite der Maschine befinden sich ein MIDI-Eingang und drei Ausgänge, zwei Buchsen für Fußschalter sowie Netzteil und USB-Anschluss.
Maschine Studio (7 Bilder)

Bei einer ersten kurzen Demonstration überzeugte der neue Maschinen-Controller mit seiner guten Verarbeitung und dem durchdachten Layout. Wie schon bei seinen DJ-Controllern hat Native Hard- und Software geschickt aufeinander abgestimmt. Musiker können sofort loslegen, ohne irgendwelche MIDI-Knöpfe konfigurieren zu müssen. Das Pult lässt sich mit stabilen ausklappbaren Füßen etwas ankippen. Native hat die Tasten mit farbigen LEDs unterlegt, die auch im reinen Weiß leuchten können. Eine Abdeckhaube ist bislang noch nicht geplant.
Grundsätzlich lassen sich die meisten Funktionen des Studio-Controllers auch auf den alten Modellen bedienen, allerdings muss man dort häufiger zur Shift-Taste greifen und die alten Displays können weniger Informationen anzeigen. Aufgrund der Displays läuft die neue Maschine Studio nicht mehr allein mit dem Strom aus der USB-Buchse, sondern benötigt den Anschluss des mitgelieferten Netzteils.
Maschine 2.0
Neben dem Controller hat Native auch die Software erneuert. Maschine 2.0 wurde von Grund auf neu programmiert und nutzt nun Multi-Core-CPUs aus. Ihr Layout orientiert sich an dem der Vorgänger-Versionen, ist jetzt jedoch wesentlich übersichtlicher. Loops und Samples lassen sich zu Sequenzen und einzelnen Szenen zusammenstellen und diese wiederum auf einer neuen Zeitleiste zu einem kompletten Song gruppieren.
Mit Maschine will Native den DAW-Herstellern wie Ableton keine Konkurrenz machen. Sie ist vielmehr als Ergänzung gedacht und kann in DAWs als Plug-in eingebunden werden. In einen praktischen Setup würde man beispielsweise auf der einen Seite des Rechners den Push-Controller für die Steuerung von Live aufstellen und auf der anderen Seite den Maschine-Controller zur Bedienung der Komplete-Plug-ins. Native will zudem Konfigurationen für die gängigsten DAWs beilegen, sodass diese sich über den Studio-Controller im MIDI-Modus steuern lassen. Die Displays des Studio-Controllers lassen sich jedoch nur mit der Maschine-Software nutzen.
Neu hinzugekommen ist eine Mixer-Einheit, mit der man den Pegel, das Panning und die Routings jeder einzelnen Spur regeln kann. Ebenso lassen sich nun Effekt-Plug-ins in einer Reihe für jede Spur oder Gruppe anzeigen und manipulieren – ihre Zahl wird nur durch die Rechenleistung begrenzt. Neben den typischen Maschine-Sounds- und -Loops hat Native auch seine Komplete-Sammlung besser in Maschine integriert. Instrumente wie Massive oder Prism, die der Software nun beiliegen, bekommen eine neue Plug-in-Oberfläche, die ein bequemes Browsen in den Presets und die Manipulation der Klangparameter auf dem Maschine-Controller erlaubt. Allerdings wird der Drum-Computer Battery noch immer als einzelnes Instrument angesprochen, aber nicht als Drum-Set, dessen Kick, Snare und Toms einzelne Spuren bekommen. Native arbeitet an einer solchen Integration und will sie mit einem späteren Update nachreichen.
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Das Paket aus Maschine Studio Controller und der nicht einzeln erhältlichen Software Maschine 2.0 soll 999 Euro kosten. Die kleineren Versionen Maschine (599 Euro) und Maschine Mikro (349 Euro) werden künftig ebenfalls mit der Version 2.0 ausgeliefert. Sie sind zu Maschine 2.0 voll kompatibel und profitieren durch verbesserte Anzeigen auf ihren Displays. Besitzer älterer Maschinen zahlen für das Software-Update 99 Euro. (hag)