MySQL-Mitarbeiter darf nicht nach Australien einreisen

MySQL-Vizepräsident Kaj Arnö vermutet einen übereifrigen Beamten in den Wettbewerbs- und Einwanderungsbehörden. Von einer australischen Verschwörung gegen Open Source sei nicht die Rede.

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In den letzten Monaten sei diversen Sun-Mitarbeitern, insbesondere der Datenbank-Gruppe, ein Kurzvisum für geschäftliche Zwecke zur Einreise nach Australien verweigert worden. Das zumindest meldet MySQL-Vizepräsident Kaj Arnö in einem Blog-Eintrag. Obwohl die Gründe der Absage im Dunkeln bleiben, mutmaßt der MySQL-Experte Bedenken der australischen Behörden wegen "unlauterem Wettbewerb" und "Benachteiligung lokaler, australischer Firmen", auch wenn er diese selbst in einer späteren Erläuterung ins Reich der Spekulationen verweist.

Zur Unterstützung der Annahme führt Arnö in seinem Blog einen anonymisierten Auszug einer IRC-Konversation vom August 2008 zwischen einem Sun-Angestellten und einem australischen Unternehmer auf. Darin tut der Australier von einer Beschwerde kund, die er bei den zuständigen Wettbewerbs- und Einwanderungsbehörden bezüglich MySQLs "australischer Aktivitäten" eingereicht habe. Er müsse etwas unternehmen, bevor seine Firma durch den "großen Fisch" benachteiligt werde. Ein geschäftliches Kurzvisum sei nur relevant, wenn keine lokale Expertise vorhanden sei. Und das würde in diesem Fall nicht zutreffen. Der betroffene Sun-Mitarbeiter sei, als Folge dieses IRC-Gespräches, nicht nach Australien gefahren, so Arnö in einem späteren Kommentar zu dem Blog-Eintrag. Von einer Visum-Ablehnung sei in dieser Situation nicht die Rede gewesen.

Konkret bedeutet der Fall, dass zumindest ein MySQL-Angestellter, deren Namen Arnö nicht nennen will, nicht zur australischen Linux-Konferenz linux.conf.au, die vom 19. bis 24. Januar in Hobart auf Tasmanien stattfindet, anreisen kann. (akl)