Arcplan wird 20 Jahre alt und sucht nach neuen OEM-Softwarepartnern

Der Anbieter von BI-Software Arcplan ist auf der Suche nach neuen Partnern aus dem Softwareherstellerumfeld. Auch Partner mit Planungskompetenz sind beim Anbieter erwĂĽnscht, der im Rahmen der Anwenderkonferenz acr/twenty seinen 20. Geburtstag feierte.

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Von
  • Robert Höwelkröger

Roland Hölscher, CEO von Arcplan.

Der weltweit aktive Anbieter von Business Intelligence (BI)-Software Arcplan hat im Rahmen seiner Anwenderkonferenz arc/twenty sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Zu dem Event kamen insgesamt gut 250 Partner und Kunden aus der ganzen Welt. Das Unternehmen startete 1993 und konnte 1994 seine erste Software, damals noch auf vier Floppy-Disketten gespeichert, über einen Schweizer Partner verkaufen, wie sich Roland Hölscher, CEO von Arcplan, erinnert. „Diese Historie ist symptomatisch für unsere Philosophie. Die Partner sind ein elementarer Bestandteil unseres Geschäfts,“ erläutert Hölscher. Mittlerweile stehe das Unternehmen „grundsolide" da und konnte laut Hölscher im Fiskaljahr 2012 ein Lizenzwachstum von 27 Prozent verzeichnen. Zum gerade abgelaufenen Fiskaljahr und zu konkreten Umsatzzahlen wollte der CEO aber keine Angaben machen. „Tendenziell sieht es aber ganz gut aus,“ so Hölscher. Derzeit beschäftigt Arcplan mehr als 100 Mitarbeiter in der ganzen Welt.

Die Software werde quer durch alle Branchen von Unternehmen genutzt. Lediglich im Bereich „Government“ sieht sich der CEO noch nicht so gut aufgestellt. „Bei den öffentlichen Verwaltungen haben wir bisher die geringste Quantität. Allerdings hat ein Ausbau in diesem Umfeld bei uns keinerlei Priorität“, erläutert Hölscher. Fehlendes Know-how werde in der Regel durch Wissen von Partnern aufgefüllt. Dagegen sieht der Arcplan-Chef vor allem in Handel ein positives Momentum. „Mit Retailern erzielen wir durchaus gute Ergebnisse und habe einige große Unternehmen als Kunden gewinnen können, wie beispielsweise Obi“, ergänzt Hölscher. Weiterentwicklungspotenzial hat Arcplan laut Hölscher auch noch im Mittelstand, wobei er vor allem das gute Kosten-Nutzten-Verhältnis seiner BI-Lösung hervorhebt und so bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitern punkten will. Die Software werde in Unternehmen mit weniger Mitarbeitern nur sehr selten eingesetzt. Überzeugen will der CEO potenzielle Kunden in diesem Bereich auch durch „Betreuung auf Augenhöhe“ und einem guten „Problemverständnis“.

Bilder von der arc/twenty: 20 Jahre Arcplan (18 Bilder)

GroĂźer Andrang

...herrschte bei den Keynotes im Ballroom des Hyatt Regency in DĂĽsseldorf, in dem die arc/twenty stattfand.

Passend zum Geburtstag startete Arcplan mit dem Verkauf seiner neuen BI-Lösung „Arcplan 8“, die insbesondere auf mobile Endgeräte zugeschnitten sein soll. Man wolle so den mobilen Trend nutzen, wie der CEO zu berichten weiß. Der Kern der Applikation ist das Responsive Design, wodurch die Ansichtenn auf allen gängigen mobilen Betriebssystemen vereinheitlicht werden sollen. Die Applikation würde sich demnach an gängige Bildschirmgrößen und –formate anpassen. Framework und Funktionen seien aber individuell konfigurierbar, so Hölscher. „Eine der Stärken der neuen Sofwtare ist, dass sie erkennt welches Geräte eine Anfrage an sie stellt. Sie passt sich dann an die Bildschirmgröße an und zudem werden einmalig gemachte Veränderungen für alle Gerräte automatisch übernommen“, stellt der Arcplan-Chef klar. Vor allem für BYOD-Nutzung eigne sich Arcplan 8 daher sehr gut. „Alles andere als ein Responsive Design bei BYOD ist doch Selbstmord. Ansonsten sind doch die Kosten in diesem Bereich nicht mehr überschaubar“, ist Hölscher der Meinung.

Oliver Deistler, Senior Vice President Channels & Business Development bei Arcplan.

Im indirekten Vertrieb, der 50 Prozent des Arcplan-Vertriebsmodells ausmache, sieht auch Senior Vice President Channels & Business Development Oliver Deistler die Partnerschaften als ausschlaggebend für den Erfolg von arcplan an. Derzeit zählt arcplan mehr als 100 globale Partner, davon 30 in der DACH-Region. Die Partnerlandschaft hat der Software-Hersteller in vier Kategorien unterteilt, um laut Deistler besser auf die einzelnen Bedürfnisse der Partner eingehen zu können. Dazu zählen die klassischen Resellerpartner. Hier werden Channelpartner wie Consultants oder Systemintegratoren zusammengefasst. Die Partner haben das Recht, Lizenzverkauf durchzuführen und stehen vor allem bei der Implementierung den Endkunden auch beratend zur Seite. Diese Beratungspflicht sei laut Deistler auch der Grund, warum klassischer Box-Verkauf durch den IT-Fachhandel für Arcplan nicht in Frage komme.

Die zweite Kategorie nehmen die Alliance Partner ein, die vor allem auf Service und Implementierung der Lösung setzen, vom Verkauf aber in der Regel abrücken. Die dritte Kategorie unterteilt Deistler in klassische OEM- und OEM-Solutions-Partner. Während OEM-Partner ihr Angebot erweitern, in dem sie Arcplans-BI-Lösung in das eigene Softwareangebot integrieren, bieten die Solutionspartner eine spezielle Lösung an, die auf BI-Software basiert. „Vor allem bei den OEM-Partnern sind wir aktiv auf der Suche nach Softwareherstellern, die ihr Portfolio um eine BI-Komponente erweitern wollen“, erklärt Deistler. „Zudem suchen wir auch im Planungsbereich nach neuen Partnern.“ Planung sei ein eigenes beratungsintensives Geschäft, in dem auch der Planungsbackground unabdingbar sei, so Deistler weiter. Daher suche man nach Häusern, die über einen solchen Background verfügen und sich beim Sofwtarehersteller einfügen wollen.
In der vierten Kategorie sind die Arcplan Competence Partner zu Hause. „Diese Partner haben in einem speziellen Bereich ein großes Know-how aufgebaut und unterstützen uns dort sehr. Beispiele sind die Bereiche Mobile oder Planung, wo wir mit Hilfe von Partnern unsere Lösungen erweitern konnten“, sagt der Partnermanager.

Partner aller Kategorien wiederum können am Partnerprgramm des BI-Software-Anbieters teilnehmen. Dieses hat Arcplan in die Stufen Channel-, Advanced- und Premier-Partner unterteilt. Die einzelnen Stufen differenzieren sich durch die Größe von Kennzahlen wie die Anzahl der betreuten Kunden, die Anzahl des aufgebauten Know-hows und der Anzahl der geschulten Consultants sowie dem erwirtschafteten Umsatz. (roh)