ThemenmolekĂĽl: Vollverschleiert am Mikroskop

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Raketenwissenschaftlern an der Tafel, mikrobiologisch inspirierten Quilts und einem Lego-Mikroskop.

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Von
  • Peter Glaser

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Raketenwissenschaftlern an der Tafel, mikrobiologisch inspirierten Quilts und einem Lego-Mikroskop.

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.

Old Book Covers: Eine eindrucksvolle Sammlung auf Flickr. Ebenfalls beachtenswert: Der gläserne Affe und die Wissenschaft.

GroĂźe Dinge: Die theoretische Physik auf der Suche nach dem Ursprung von Raum und Zeit.

Ein funktionsfähiges Lego-Mikroskop des Legokünstlers Carl Merriam. Das Mikroskop steht auch auf CUUSOO, eine Art Kickstarter für Lego-Projekte. Ab 10.000 Unterstützern erhalten virtuose Legobastler die Chance, dass ihr Bauwerk ein offizielles Lego-Produkt wird und sie mit einem Prozent am Verkaufspreis beteiligt werden. CUUSOO (sprich KU-soh) ist ein japanisches Wort, das so viel wie "Wunsch" heißt, oder "sich wünschen, dass es etwas gibt".

Staunenswertes und Schönes im Kleinsten: Unter dem Elektronenmikroskop. Das erste in einem lebenden Organismus entdeckte mechanische Zahnrad.

Ägypten, 1987: Eine vollverschleierte Studentin in der biologischen Fakultät der Universität Kairo am Mikroskop.

Ansehnlich: Mister Peepers und sein Präzisionsmikroskop ("Vier verschiedene Vergrößerungsstufen!").

Was wäre, wenn alle Lebewesen ein menschliches Skelett hätten? Die schaurigschöne Animation Hominid basiert auf den international beachteten Röntgenfoto-Kompositionen des in San Francisco lebenden Künstlers und VFX-Supervisors Brian Andrews.

Das US-National Center for Biotechnology Information (NCBI) bietet integrierten Zugang zu biologischen Systemen und den dazugehörigen Genen, Proteinen – und kleinen Molekülen. Eine bemerkenswerte Ressource für Menschen, die Interesse an den Biowissenschaften haben.

Aus "Today's Basic Science" von 1963: Raketenwissenschaftler an der Tafel. Und Kinder, die sehen, wie das Licht der Sonne auf die kreisende Erde fällt.

NSFH (Not Safe For Hypochondriacs): In jedem Kubikmeter Luft befinden sich zwischen 1,6 und 40 Millionen Viren und zwischen 860.000 und 11 Millionen Bakterien.

Erinnert an früher: Die schlichte Ästhetik alter Mathematikbücher.

Die Biodiversity Research and Teaching Collections der Texas A&M University sind eine Fundgrube für Wissenschaftler und Interessierte, die sich mit Naturgeschichte und anverwandten Gebieten befassen. Links in den Sammlungen führen zu thematisch orientierten Sammlungen, etwa Fischen, Säugetieren, Parasiten oder genetischen Ressourcen und zu den dazugehörigen Datenbanken.

Der anglo-irische KĂĽnstler Rogan Brown und seine bemerkenswert filigranen Papierskulpturen, die an Mikroorganismen erinnern. Die Formen entstehen als Scherenschnitte durch mehrere Schichten weissen Papiers hindurch. Sie sind so detailliert, dass ein Einzelteil bis zu fĂĽnf Monate Arbeit erfordert.

Hollywood missversteht die Wissenschaft – aber das ist ok. Wissenschaftler und Science-Fiction-Produzenten trennt ein unsichtbarer Graben, aber es gibt Leute, die ihn überbrücken. Hier im Interview Sidney Perkowitz, Physikprofessor an der Emory University und Autor mehrerer Bücher, in denen es um die Verbindungen zwischen Wissenschaft und Popkultur geht, und Seth Shostak, Astronom am SETI Institute und wissenschaftlicher Berater bei diversen Filmprojekten, unter anderem "Contact".

Wärmend und lehrreich: Die Künstlerin Karen Kamenetzky und ihre mikrobiologisch inspirierten Quilts. Auch schön: Die Glas-Mikroben des Bildhauers Luke Jerram.

Michele Banks erkundet in ihren Wasserfarbmalereien die Schönheit von Naturphänomenen.

Ein Amateurastronom hat als erster den groĂźen Jupitermond Ganymed helligkeitskartiert.

Ähnelt die Vernetzung des Gehirns eher dem geordneten Raster von Manhattan oder dem Durcheinander von London?

Unglaubliche Landschaftsaufnahmen des Fotografen Andre Ermolaev, die an abstrakte Gemälde erinnern, bei denen es sich aber um Flüsse auf Island handelt, die Vulkanasche transportieren.

FMRI ist Fruit Magnetic Resonance Imaging: VerblĂĽffende Animationen aus Magnetresonanzaufnahmen von FrĂĽchten und GemĂĽse. Jumpin' Broccoli! (bsc)