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IBM will KI- und Physikberechnungen auf Online-Server verlagern

Auf IBMs Blade-Servern laufen bereits viele MMORPGs. Zukünftig sollen diese auch die Berechnung von Wegfindungsroutinen 10.000er NPCs und Physik-Effekte berechnen, um die Online-Welten noch größer und realistischer zu gestalten.

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IBMs Blade-Server QS22/QS21 und Sonys Playstation 3 haben eines gemeinsam: den Cell-Prozessor. Mit seinen 8 SPUs ist er zwar nicht gerade einfach zu programmieren, dafür kann er rasend schnell parallel rechnen. Auf der GCDC in Leipzig demonstrierten Jochen Roth und Steffen Hees vom IBM Böblingen Development Lab, wie man für den Cell-Prozessor die Kollisionserkennung sowie die Wegfindung 10.000er NPCs mit Hilfe der C++-Bibliothek OpenSteer beschleunigen kann. In einer Demonstration auf einer PS3 liefen 50.000 Agenten gleichzeitig umher und versuchten, ihrem jeweils nächsten Nachbarn zu folgen. "Ein Blade-Server könnte sogar 150.000 Agenten steuern," erklärte Steffen Hees. Wenn die OpenSteer-Bibliothek fertig ist, soll sie als Open Source veröffentlicht werden.

IBM bildet in Böblingen Informatik-Studenten an derlei Projekten aus. Sie nutzen die PS3 als günstige Programmierplattform, um parallelen Code zu testen. Auf der GCDC war ebenfalls ein Studentenprojekt zu sehen, bei dem eine PS3 mittels einer Kamera vier ballspielende Roboter steuerte. So kann IBM einerseits Nachwuchsprogrammierer für seine Blade-Server aussbilden und gleichzeitig seine Programmbibliotheken für den Einsatz der Blades als MMORPG-Server erweitern. In zukünftigen Online-Rollenspielen sollen Blade-Server nämlich Zehntausende von Avataren verwalten, NPCs steuern und realistische Physik-Effekte berechnen, ohne den Client-Rechnern mehr Leistung abzufordern. (hag)