Dresden soll weiteres Fraunhofer-Zentrum erhalten
Die Mitarbeiter des neuen "All Silicon System Integration Dresden" (ASSID) sollen künftig dreidimensionale Chipstrukturen entwickeln. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich aus EU-Mitteln.
Die sächsische Staatsregierung hat am heutigen Dienstag dem Aufbau und der Finanzierung eines neuen Fraunhofer-Zentrums in der Landeshauptstadt zugestimmt. Im "All Silicon System Integration Dresden" (ASSID) sollen künftig Halbleiterprodukte mit dreidimensionalen Strukturen entwickelt werden, sogenannte 3D-Silizium-Systeme. Den Angaben zufolge handelt es sich um die erste Forschungseinrichtung dieser Art weltweit.
Das dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) zugeordnete ASSID wird voraussichtlich in einem derzeit nicht genutzten Reinraum des Speicherchipherstellers Qimonda in Dresden-Klotzsche untergebracht und soll im Dezember die Tätigkeit mit etwa 40 Mitarbeitern aufnehmen.
Die Finanzierung des "All Silicon System Integration Dresden" erfolgt größtenteils über EU-Gelder: Von den 49 Millionen Euro Erstausstattungsmitteln stammen fast zwei Drittel aus dem mit insgesamt 4 Milliarden Euro gefüllten aktuellen Strukturfonds der Europäischen Union für Sachsen. Das östliche Bundesland ist bis Ende 2013 Region mit der höchsten Förderpriorität in Europa. Bis 2013 werden insgesamt rund 14 Milliarden Euro aus EU-Töpfen nach Sachsen geflossen sein.
Regierungsangaben zufolge beteiligen sich Bund und Land mit jeweils 17,4 Prozent an der Aufbaufinanzierung des ASSID. Sachsen will zusätzlich die Betriebskosten bis 2013 in Höhe von 7,3 Millionen Euro übernehmen. In einem "Operationellen Programm für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)" ist festgehalten, dass bei anwendungsorientierten Forschungsprojekten schwerpunktmäßig der Neubau und die Erstausstattung von Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert werden soll (PDF-Datei). Allein in Dresden wird es künftig zehn Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft geben. (rei)