Niedersächsische Verleger warnen vor zu großer Internet-Euphorie

"Nicht mit dem Internet verdient unsere Branche ihr Geld, sondern mit weitem Abstand immer noch mit unseren Druckerzeugnissen", sagte der Vorsitzende des Verbandes Nordwestdeutscher Zeitungsverlage heute auf dessen Jahreshauptversammlung.

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  • dpa

Die niedersächsischen Verleger haben ihre Häuser vor einer zu großen Internet-Euphorie gewarnt. "Nicht mit dem Internet verdient unsere Branche ihr Geld, sondern mit weitem Abstand immer noch mit unseren Druckerzeugnissen", sagte der Vorsitzende des Verbandes Nordwestdeutscher Zeitungsverlage (VNZV), Jörg-Peter Knochen (Vechta), heute auf der Jahreshauptversammlung in Peine. Die Internetnutzung erfahre nach neuesten Erhebungen eine gewisse Stagnation. Zeitungen hielten im Rahmen sinkender Auflage aber ihre Reichweiten, in einigen Verlagen nehme sie zu. "Ich verstehe darunter mehr als nur ein Trostpflaster für das alte, ja das junge Medium Tageszeitung."

Dem VNZV gehören 48 Zeitungsverlage an, darunter 12 publizistische Einheiten. Die Häuser haben täglich eine Auflage von etwa 1,5 Millionen Exemplaren. Im vierten Quartal 2007 lag die Auflage aller Zeitungen in Niedersachsen bei rund 1,69 Millionen Stück.

Die Zeitungsverlage stünden mit ihrem Bewegtbildangebot im Internet im Visier der Landesmedienanstalten, schilderte Knochen, Geschäftsführer der Oldenburgischen Volkszeitung. Doch auch der VNZV werde sich mit "aller Kraft dagegen stemmen, dass die Produkte in unseren Portalen einer Rundfunkregulierung unterworfen werden".

Knochen schaute mit "verhaltenem Optimismus" in die Zukunft seiner Branche. Der Stellenmarkt sei erfreulich gewachsen, mit Magazinen und Sonderheften hoffen die Verleger bei ihren Abonnenten Preiserhöhungen rechtfertigen zu können.

Sorgen bereiten die Kfz- und Immobilienangebote im Internet, Umsatzeinbußen wegen höherer Rabatte bei den Discountern und gesunkene Preise im Beilagengeschäft. "Einkauf aktuell", das Produkt der Deutschen Post AG, bewirke im Wettbewerb einen massiven Preisverfall. (dpa) / (anw)