Britische Abtreibungsgegner wollen Google verklagen
Google verweigerte dem Christian Institute eine AdWord-Werbung, weil die Verbindung von Abtreibung und Religion gegen die Richtlinien verstoĂźe.
- Florian Rötzer
Das britische Christian Institute, das Antiabtreibungskampagnen betreibt, hat angekündigt, Google in Großbritannien wegen Diskriminierung von religiösen Gruppen nach dem Equality Act 2006 anzuzeigen. Grund ist, dass Google es ablehnt, eine bezahlte Werbung (AdWords) für die Kampagne mit dem Wortlaut "UK abortion law - news and views on abortion from the Christian Institute" und einem Link auf die Webseite zu schalten, wenn nach Abtreibung gesucht wird.
Google lehnte die Werbung ab. Zwar sind politische Kampagnen möglich, aber eine Vermischung von Themen wie Abtreibung mit religiösen Ansichten will man nicht zulassen. "Gegenwärtig", so erklärte ein Google-Sprecher, "lassen die Google-Richtlinien keine Werbung von Websites zu, die Abtreibung und religionsbezogene Inhalte enthalten." Entsprechend wurde die Ablehnung in einer E-Mail an die Organisation begründet. Christian Science beschwert sich, dass Google Werbung für Abtreibungskliniken, nichtreligiöse Abtreibungsbefürworter und Websites gestattet, die "anti-religiöse T-Shirts" anbieten. Zudem sei das Verbot nicht in den Richtlinien enthalten.
Colin Hart, der Direktor des Christian Institute, sagt, dass Google sich als Unternehmen darstellt, das die Ideale der Meinungsfreiheit und des freien Ideenaustausches unterstützt. Dagegen würde aber die "anti-religiöse Politik" verstoßen: "Abtreibung und religionsbezogene Inhalte als "inakzeptable Inhalte" zu bezeichnen, während man gleichzeitig Pornographie zulässt, ist lächerlich." Die Organisation will über die Klage erreichen, dass die Werbung geschaltet und Schadensersatz gezahlt wird. (fr)