SAP erhält Großauftrag der UN
Für 300 Millionen US-Dollar soll der deutsche Softwarekonzern Managementsoftware an die Weltorganisation liefern, berichtet das "Handelsblatt".
Der deutsche Softwarekonzern SAP hat von der UN einen Großauftrag über die Lieferung von Managementsoftware erhalten. Das Volumen beträgt laut einem Bericht des Handelsblatts bis zu 300 Millionen US-Dollar (228 Millionen Euro). Damit sei es erstmals seit Langem einem deutschen Unternehmen gelungen, einen Großauftrag der Vereinten Nationen zu bekommen.
Jährlich vergeben die UN und ihre Unterorganisationen Aufträge in Höhe von rund 10 Milliarden US-Dollar, heißt es weiter in dem Bericht. Der deutsche Anteil an den Aufträgen betrage 1,5 Prozent, während Deutschland an der Finanzierung der UN mit 8,6 Prozent beteiligt sei. Länder, in denen große UN-Organisation ihr Hauptquartier hätten, seien im Vorteil, heißt es. Andere Länder profitierten davon, dass die UN zunehmend Güter in Ländern einkauft, in denen sie tätig wird. Zudem würden sich die fünf Vetomächte im Sicherheitsrat traditionell und auf informellen Wegen einen größeren Teil des Auftragsaufkommens sichern.
Deutsche Mittelständler hätten bislang das bürokratische Registrierungsverfahren für UN-Ausschreibungen gescheut. Sie hätten es sich in Zeiten boomender Exporte leisten können, an leichter erreichbare Kunden zu verkaufen. Nun könne aber in Deutschland das Interesse an UN-Aufträgen wieder deutlich zunehmen. Die Bundesregierung wolle deshalb deutsche Firmen stärker unterstützen. (anw)