DSL: Congstar nabelt sich ab
Die Telekom-Tochter Congstar will fĂĽr ihre KomplettanschlĂĽsse nur noch dort auf DSL-Vorprodukte der Muttergesellschaft zugreifen, wo keine alternativen Anbieter bereitstehen.
Die Telekom-Tochter Congstar will bei KomplettanschlĂĽssen kĂĽnftig nicht mehr ausschlieĂźlich auf die Konzernmutter setzen. Dem Unternehmen sind die Vorleistungen der Telekom offenbar schlicht zu teuer. Einen ersten Hinweis darauf findet sich im aktuellen Komplettanschluss-Angebot. Dort verlangt Congstar in einigen Anschlussgebieten einen Regio-Aufschlag von 5Â Euro im Monat. Das ergibt nur dann einen Sinn, wenn in unterschiedlichen Anschlussgebieten unterschiedliche Preise fĂĽr die Vorleistung zu zahlen sind. Die Telekom verlangt fĂĽr ihre Vorprodukte aber bundesweit einheitliche Preise.
Auf Nachfrage von heise online bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens, dass Congstar auf DSL-Vorleistungsprodukte der Konkurrenz zurückgreifen will und deshalb bereits jetzt je nach Anschlussort unterschiedliche Preise verlangt. Bislang allerdings schaltet Congstar für Komplettanschluss-Kunden ausschließlich Bitstrom-Anschlüsse der Telekom. Ein Vertragsabschluss mit einem anderen Anbieter mit eigenen DSL-Anschlüssen soll aber noch in diesem Jahr erfolgen. Die Anschlüsse von Kunden, die jetzt einen Telekom-Anschluss erhalten, werden allerdings nicht nachträglich umgeschaltet.
Die DSL-Vorleistungs- und Endkundenpreise der Telekom müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Der Ex-Monopolist darf daher seiner eigenen Tochter kein Sonderangebot machen, sondern muss die Vorleistungen zu den exakt gleichen Konditionen wie allen anderen Anbietern bereitstellen. Die Regulierung sorgt dafür, dass die Telekom ihre Leistungen nicht unter dem eigenen Einstandspreis verkauft und verhindert damit, dass die Konkurrenz durch niedrige Endkunden- und hohe Vorleistungspreise aus dem Markt gedrängt wird. Konkurrent Freenet verlangt für Komplettanschlüsse, die über die Telekom geschaltet werden müssen, ebenfalls einen Aufschlag von knapp 5 Euro monatlich, um die im Vergleich zur Konkurrenz höheren Vorleistungskosten für Telekom-Anschlüsse auszugleichen. (uma)