Roboter und Du: Öffentliche Debatte über kognitive Systeme

Forscher wollen auf einer Konferenz über kognitive Systeme diskutieren und welche Konsequenzen es haben wird, wenn Maschinen Entscheidungen treffen. An der Debatte sollen auch Nicht-Wissenschaftler teilnehmen und Interessierte werden um Meinungen gebeten.

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Von
  • Hans-Arthur Marsiske

Kognitive Systeme werden über kurz oder lang die Gesellschaft verändern, die Arbeitswelt ebenso wie das Gesundheitswesen, das Verkehrssystem oder die Kriegsführung. Auch das Selbstverständnis des Menschen wird durch Roboter und andere intelligente Systeme herausgefordert. Auf einer zweitägigen Konferenz wollen Mitglieder des europäischen Forschungsnetzwerks EUCog kommende Woche in Brighton darüber diskutieren, wie diese Veränderungen zu bewerten sind.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Militärroboter, Gesundheit und Alltagshilfen, kognitive Systeme in der Industrie sowie Sicherheit und Privatsphäre. Bemerkenswert ist dabei zum einen, dass ungewöhnlich viel Zeit für Diskussionen vorgesehen ist und zum anderen, dass diese Debatten nicht nur von Experten aus der Forschung geführt wird. So wurden für die Podiumsdiskussion am zweiten Tag der Konferenz ausdrücklich Teilnehmer gesucht, die verschiedene gesellschaftliche Bereiche repräsentieren. Vor allem aber ist die allgemeine Öffentlichkeit aufgerufen, sich zu beteiligen: Auf der eigens eingerichteten Internetseite #robotsandyou sowie über Twitter (#robotsandyou) können im Vorfeld der Konferenz Fragen und Kommentare formuliert werden.

Die Diskussion dieser Beiträge soll im Anschluss ebenfalls dort dokumentiert werden. Es sei das erste Mal seit Bestehen des Forschungsnetzwerks, sagt der Mitorganisator der Konferenz Ron Chrisley von der University of Sussex, "dass wir der Öffentlichkeit die Möglichkeit bieten, einige ihrer ethischen und sozialen Überlegungen von denen diskutieren zu lassen, die sich an der vordersten Front dieser Technologie bewegen". Das Angebot kommt nicht zu früh, wie Chrisley betont: "Intelligente Technologie entwickelt sich so schnell, dass wir bald erleben werden, wie Systeme die Kontrolle übernehmen und Entscheidungen treffen, mit denen wir nicht unbedingt einverstanden sind. Das wirft alle möglichen Fragen darüber auf, ob Maschinen jemals beigebracht werden kann, richtig und falsch zu unterscheiden – oder wer verantwortlich ist, wenn etwas schiefgeht." (mho)