PVI übernimmt den LCD-Spezialisten BOE Hydis
Prime View International übernimmt den angeschlagenen LCD-Hersteller BOE Hydis und damit gleich drei LCD-Fabs.
Eigentlich suchte Prime View International (PVI) nur eine Panelfabrik älterer Generation, doch nun will der taiwanische Displayfertiger den LCD-Spezialisten Boe Hydis und damit gleich drei LCD-Fabs der Generation 2,5, 3 und 3,5 übernehmen. Panelfabriken werden nach Größe der in ihnen nutzbaren Glassubstrate eingeteilt. Aktuell sind 8G-Fabs mit 2,20 m × 2,50 m großen Substraten, in Fabs der Generation 3,5 sind die Gläser, aus denen die einzelnen Panels geschnitten werden, dagegen nur etwa 59 cm × 67 cm groß.
In einem Memorandum of Intend erklärte PVI sein Interesse an 95 Prozent der Anteile von Boe Hydis. Zusammen mit der Alco Holding aus Hongkong und Varitronix International will Prime View 285 Millionen US-Dollar in den in Schieflage geratenen LCD-Hersteller investieren. Dabei erhält PVI 78 Prozent der Anteile und die beiden anderen Investoren jeweils 11 Prozent; PVI wird das koreanische Unternehmen leiten.
Im September letzten Jahres hatte Boe Hydis nach Liquiditätsproblemen offiziell Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Ein Jahr später wurde der Verkauf des Unternehmens angekündigt, der nun nach dem Angebot von PVI Anfang 2008 abgeschlossen werden soll.
Boe Hydis wurde vom koreanischen Halbleiterspezialisten Hyundai Electronics 1989 als LCD-Geschäftsbereich der Hynix Semiconductor gegründet und drei Jahre später als eigenständiges Unternehmen unter der Firmenbezeichnung Hydis ausgegliedert. 2003 übernahm die chinesische BOE-Gruppe den koreanischen LCD-Hersteller.
Hydis entwickelte die FFS-Technik (Fringe Field Switching), eine mit LCD-Weitwinkeltechniken wie MVA (Multi Domain Vertical Alignment) und IPS (In Plane Switching) konkurrierende Technik für blickwinkelstabile Displays. FFS-Panels sind dank ihrer geringen Leistungsaufnahme insbesondere für Mobilanwendungen interessant. (uk)