Rechtsstreit um "Vista Capable" verliert Sammelklage-Status
Die Klägerin hat nach Ansicht der Richterin nicht den Nachweis erbracht, dass die Preise für Computer durch das Logo "Windows Vista Capable" beeinflusst wurden.
Das Verfahren der unzufriedenen Windows-Nutzerin Dianne Kelley gegen Microsoft wird nicht weiter als Sammelklage geführt. Windows-Anwender, die sich durch das Microsoft-Logo "Vista Capable" irregeleitet fühlen, müssen nun einzeln gegen den Softwarekonzern klagen. Richterin Marsha Pechman vom Bundesbezirksgericht in Seattle begründete ihre Entscheidung zugunsten eines Microsoft-Antrags damit, die Klägerin habe nicht nachweisen können, dass die Preise für PCs und der Absatz von Computern durch das Logo-Programm wesentlich beeinflusst worden seien, berichtet der Seattle Post-Intelligencer. Die Richterin habe betont, dass durch diese Zwischenentscheidung noch keine Richtung für das Verfahren vorgegeben sei. Ein von der Zeitung befragter Microsoft-Sprecher begrüßte die Entscheidung. Insgesamt hätten sechs Personen wegen des Logo-Programms geklagt.
Kelley hatte geklagt, nachdem sie im Jahr 2006 einen Computer gekauft hatte, der das Logo "Windows Vista Capable" trug, sich aber für die Premium-Version des Betriebssystems als nicht geeignet erwiesen hatte. Microsoft hatte mit dem Logo noch vor Erscheinen des aktuellen Betriebssystems Anfang 2007 deutlich machen wollen, dass diese Computer Vista-tauglich sind. Kelley stellte nach Erscheinen des Betriebssystems fest, dass zwar die Version Home Basic auf ihrem Rechner lief, nicht aber die Premium-Version mit den charakteristischen Neuerungen wie der Aero-Oberfläche. Sie fühlte sich um das "wahre Vista" betrogen und strebte ein Sammelklageverfahren an. Im bisherigen Verfahren hat sich der Verdacht erhärtet, Microsoft habe mit reduzierten Logo-Anforderungen Intel helfen wollen.
Siehe dazu auch:
- Microsofts Produktmanager empfahlen, auf Logo "Vista Capable" zu verzichten
- Microsoft-Chef soll im Sammelklageverfahren um "Vista Capable" aussagen
- Anforderung an Vista-Capable-Logo auf Intels Drängen reduziert
- Microsoft wollte angeblich mit abgespecktem Vista Intel helfen
- US-Gericht lässt Sammelklage von Windows-Käufern zu
- PC-Käuferin fühlt sich durch Logo "Vista Capable" betrogen
(anw)