Licht am Ende des Tunnels fĂĽr Mobilfunkgruppe 3
Die UMTS-Mobilfunkgruppe 3 des Mischkonzerns Hutchison Whampoa hat im ersten Halbjahr 2008 die Kundenzahl erhöhen und auch das Finanzergebnis verbessern können. Erstmals wurde in einem Auftakt-Halbjahr ein positives EBITDA-Ergebnis erwirtschaftet.
Die UMTS-Mobilfunkgruppe 3 des Hongkonger Mischkonzerns Hutchison Whampoa hat im ersten Halbjahr 2008 die Kundenzahl erhöhen und gleichzeitig ihr Finanzergebnis verbessern können. Erstmals wurde in einem ersten Halbjahr ein positives EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erwirtschaftet. Es beläuft sich auf 2,7 Milliarden Hongkong-Dollar (240 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum war noch ein Minus von 1,6 Milliarden Hongkong-Dollar angefallen.
Die Kundenzahl lag zum Stichtag 20. August bei 16,9 Millionen, was einem Zuwachs von 16,5 Prozent gegenüber August 2007 bedeutet. Allerdings ist fast jeder vierte Anschluss inaktiv und wurde in den letzten drei Monaten nicht verwendet. Jeweils etwa die Hälfte der Anschlüsse wird im Voraus (Prepaid) beziehungsweise nach Rechnungslegung (Postpaid) bezahlt. 3 Italy ist mit 8,5 Millionen Kunden (plus 10 Prozent) die größte 3-Gesellschaft, gefolgt von 3 UK und 3 Ireland mit zusammen 4,9 Millionen Kunden (plus 19 Prozent). 3 Australia zählt 1,9 Millionen aktive Kunden (plus 27 Prozent). 3 Sweden und 3 Denmark haben zusammen 1,1 Millionen Abnehmer (plus 31 Prozent), für Österreich werden 577.000 3-Kunden ausgewiesen (plus 22 Prozent).
Die genannten Landesgesellschaften erzielten insgesamt 2,6 Milliarden Euro Umsatz mit Endkunden, was drei Prozent unter dem Wert des Vergleichszeitraums des Vorjahrs liegt. In Ă–sterreich ist der Umsatz trotz der deutlich gesunkenen Zusammenschaltungsentgelte nur um ein Prozent auf 87 Millionen Euro zurĂĽckgegangen.
Stark gefallen ist der durchschnittliche Monatsumsatz pro aktivem Kunden (ARPU) in den zurückliegenden zwölf Monaten. Waren Mitte 2007 noch 44,74 Euro angegeben worden, sind es jetzt nur noch 37,11 Euro. In Österreich ist der ARPU sogar von 49,57 auf 38,25 Euro abgerutscht. Von diesen Werten sind noch Werberabatte abgezogen werden, die in enthalten sind, obwohl es keine entsprechenden Einnahmen gibt. Der starke ARPU-Rückgang in Österreich ist auf den intensiven Preiskampf sowie den Erfolg von mobilen Breitbandanschlüssen zurückzuführen. Breitband-Kunden bringen einen geringeren ARPU, jedoch eine höhere Gewinnspanne als Sprachtelefonienutzer. 30 Prozent des ARPU entfallen auf andere Dienste als Sprachtelefonie.
Zum Hutchison-Whampoa-Konzern gehört auch Hutchison Telecom International (HTIL), die vorwiegend in Schwellenländern aktiv ist und sich auf 2G-Mobilfunkdienste konzentriert. HTIL hat insgesamt 11,1 Millionen Kunden (plus 68 Prozent). Zu dieser Gesellschaft zählen aber auch die UMTS-Netze 3 Hong Kong, Orange Israel, 3 Macau und 3 Indonesia. Hongkong und Macau haben zusammen 1,3 Millionen 3G-Kunden (plus 13 Prozent gegenüber dem Jahreswechsel). In Israel sind es 873.000 3G-Nutzer, was fast eine Verdoppelung im Jahresabstand darstellt. Der HTIL-Umsatz stieg um 22 Prozent auf 11,8 Milliarden Hongkong-Dollar (eine Milliarde Euro), das EBITDA um 14,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Hongkong-Dollar (278 Millionen Euro).
Der Gesamtkonzern Hutchison Whampoa konnte seinen Halbjahresumsatz um ein Viertel auf 176 Milliarden Hongkong-Dollar steigern (15,3 Milliarden Euro). Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn reduzierte sich jedoch um 63 Prozent auf 10,7 Milliarden Hongkong-Dollar (929 Millionen Euro). Lässt man allerdings Einnahmen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften und Neubewertungen von Unternehmenseigentum außen vor, ergibt sich eine Verdreifachung des Reingewinns. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)