Funkwerk verfehlt Gewinn- und Umsatzziele
Weniger Umsatz, weniger Gewinn: Funkwerk hat seine Prognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr verfehlt, weil die Autoindustrie ihre Aufträge für den Telekommunikations-Spezialisten zurückschraubte.
Die Absatzkrise der Autohersteller hat die Bilanz der Funkwerk AG getrübt. Mit einem Umsatz von 290 Millionen Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 7 Millionen Euro verfehlte der Anbieter von Telekommunikationstechnik 2008 seine selbstgesteckten Ziele. Geplant waren Erlöse von 310 Millionen Euro und ein Betriebsergebnis von 10 Millionen Euro.
Als Sorgenkind habe sich das Geschäftsfeld "Automotive Communication" erwiesen, in dem unter anderem Mobilfunk-Verstärker für Oberklasse-Wagen hergestellt werden, teilte das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Kölleda am Donnerstag mit. Auftragsrückgänge in diesem Bereich hatte das Unternehmen bereits im November eingeräumt. Auf eine Prognose für 2009 wurde mit Verweis auf die konjunkturellen Unsicherheiten verzichtet.
Insgesamt lag der Umsatz leicht unter dem des Geschäftsjahres 2007 von 290,6 Millionen Euro. Dank Sondereffekten aus dem Kauf des französischen Lautsprecherherstellers Bouyer wurde ein operatives Ergebnis von 13 Millionen Euro (2007: 14,4 Millionen) verbucht. Über eine Dividende für die Aktionäre sei noch nicht entschieden.
Infolge der Probleme in der Automobilindustrie sind derzeit bei Funkwerk knapp 200 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Insgesamt hat das Unternehmen mit Sitz im Kreis Sömmerda etwa 1650 Beschäftigte. Die Einbußen bei der Technik für Autos seien durch überplanmäßige Umsatzentwicklungen bei Kommunikationssystemen für Verkehrsbetriebe und dem Bereich Sicherheitstechnik zum Teil kompensiert worden.
Funkwerk ist auf Kommunikations- und Sicherheitstechnik sowie Mobilfunk-Komponenten fĂĽr die Automobilindustrie spezialisiert. Die Firma hat ihr Produktportfolio in den letzten Jahren aber auch durch Ăśbernahmen unter anderem des WLAN-Spezialisten Artem, des Netzwerkanbieters Bintec Access Networks und des Telefonanlagenherstellers Elmeg ausgedehnt. (dpa) / (cwo)