Server statt Zelluloid: Berlinale forciert digitale Projektion
Rund 30 Prozent aller Filme der am 3. Februar startenden Berlinale werden auf Digital-Projektoren gezeigt. Doch die beste Bildqualität wird es wohl im Rahmen der 70-mm-Retrospektive zu sehen geben.
Beim renommierten Filmfestival Berlinale wird immer weniger mit klassischen Filmprojektoren gearbeitet. Die Berlinale-Macher setzen verstärkt auf digitale Projektion. Inzwischen kann in 32 der insgesamt 49 Festival-Kinosäle digital vorgeführt werden. "Wir rechnen damit, dass circa 30 Prozent aller Vorführungen in digitaler Form stattfinden werden", prognostiziert André Stever, Leiter der Berlinale-Filmverwaltung für die 59. Ausgabe des Filmfestivals, das vom 5. bis 15. Februar stattfindet.
Statt in den Projektionsräumen mit verschiedenen Medienformaten zu hantieren, laufen die digitalen Vorführungen von 29 Kinoservern, die bereits in den Spielstätten installiert wurden. Falls die Filme nicht als fertige D-Cinema-Packages vorliegen, wird das Material im Vorfeld in einem zentralen Encoding-Studio in den Räumen der Filmverwaltung der Berlinale digitalisiert und gemastert. Ein Storage Area Network (SAN) mit 45 TByte Kapazität dient als zentrales Datenlager. Vom Digital-Cinema-Workflow erhoffen sich die Berlinale-Macher höhere Sicherheit, aber auch eine einfachere Kopienhandhabung in den Spielstätten. So war es beispielsweise in der Vergangenheit problematisch, genügend NTSC-Digital-Betacam-Zuspieler aufzutreiben.
Doch auch, wenn auf der Berlinale Vieles digital sein wird: Die Retrospektive "70 mm – Bigger than life" widmet sich der beeindruckenden Bildgewalt des analogen Breitformats. Insgesamt werden 22 Filme im 70-mm-Format gezeigt, darunter Klassiker wie "Lawrence of Arabia" (Super Panavision 70) und "The Sound of Music" (Todd-AO). In puncto Bildqualität muss sich hier wohl auch der beste Kinobeamer geschlagen geben.
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(jkj)