Quizshows zur Primetime auf der Xbox 360
Künftig bekommen Günther Jauch & Co Konkurrenz von Microsoft. Auf der Xbox 360 sollen interaktive Quizshows zur besten Sendezeit Fernsehsendern die Quoten streitig machen.
Bereits auf der E3 hatte Microsoft angekündigt, künftig gemeinsam mit Endemol Quizshows auf die Xbox 360 zu holen, bei denen Spieler nicht nur mitmachen, sondern auch echte Preise gewinnen können. "Wir sprechen hier nicht nur von irgendwelchen Trostpreisen in Form von Microsoft Points", erklärte Boris Schneider-Johne auf der Games Convention in Leipzig das System, "sondern von echten, hochwertigen Preisen". Bei der Fernsehshow von Einer gegen 100 streiten sich 101 Spieler um 100.000 Euro. Die Show soll wie ein weiteres Format auf Xbox Live im Herbst zeitgleich mit dem nächsten Firmware-Update starten, das eine komplett neue Bedienoberfläche und Avatare auf dem Xbox-360-Menü mitbringt. "In den USA peilt man dafür traditionell den 15. November an", erklärte Schneider-Johne, allerdings sei der Termin noch nicht definitiv.
Die technische Herausforderung besteht darin, dass das neue Menü mit den Quizshows weltweit zur gleichen Zeit online gehen muss. "Niemand hat so etwas zuvor gemacht. Es wird also eine Startphase geben, in der es zunächst noch keine Preise gibt, bis alles stabil läuft", erklärte Schneider-Johne. Die Ziele sind in der Tat äußerst ambitioniert. So will Microsoft in jedem Land abends zur besten Sendezeit moderierte Quizshows anbieten. An diesen nehmen im Fall von Einer gegen 100 101 Kandidaten teil, andere Spieler können sich als Publikum zuschalten und ebenfalls kleinere Preise gewinnen. "Es wird nationale Ranglisten der besten Quizspieler geben, aus denen dann die Teilnehmer ausgewählt werden", sagte Schneider-Johne. "Unser Ziel ist, dass die Spieler, wenn sie ihren Fernseher einschalten und durch die Programme zappen, anschließend auf Xbox Live als interaktiven Unterhaltungskanal schalten." Die Primetime-Sendungen dürften eine enorme Herausforderung für die Server und Netzwerkstruktur bedeuten, wenn allein in Deutschland Hunderttausende zur gleichen Zeit mitspielen und zuschauen wollen. "Wir kriegen das in den Griff", ist sich Schneider-Johne sicher.
Ein weiteres Eisen, das Microsoft für den Herbst im Feuer hat, sind Spiele aus dem XNA Creators Club. Hier können private Spieleentwickler ihre XNA-Kreationen vorstellen und von den übrigen Mitgliedern bewerten lassen. Die besten Spiele werden dann auf Xbox Live veröffentlicht. Den Preis können die Entwickler selbst festlegen, Microsoft bekommt 30 Prozent der Einnahmen. Während das System in der übrigen Welt im Herbst starten soll, wird es in Deutschland erst später kommen. "Das liegt an der besonderen Gesetzeslage", erläutert Schneider-Johne. Damit meint er nicht den Jugendschutz und die USK, sondern das Urheberrecht. Microsoft muss sicherstellen, dass die XNA-Spiele kein Copyright verletzen, sonst werden sie als Verbreiter hierzulande mit haftbar gemacht. Als Termin heißt es deshalb "so bald wie möglich".
Für das Weihnachtsgeschäft will Microsoft die neue 60-GByte-Festplatte auch separat verkaufen. "Jede dritte in Deutschland verkaufte Xbox ist das Arcade-Modell für 200 Euro ohne Festplatte", erklärt Schneider-Johne. Diesen Kunden wolle man eine günstige Möglichkeit bieten, ihr Gerät zum Standard-Modell aufzurüsten. Deshalb soll die 60-GByte-Platte zusammen mit einem Headset und einem Gutschein für 3 Monate Xbox Live Gold für 80 Euro angeboten werden. Wer zunächst das Arcade-Modell kauft und erst später die Festplatte, zahlt 10 Euro mehr als beim Standard-Modell, hat dafür jedoch die zusätzliche 256-MByte-Speicherkarte, die jeder Arcade-Konsole beiliegt. (hag)