Bericht: Streit um Veranstaltungsort der künftigen Computerspielepreis-Verleihung
Im kommenden Jahr will die Bundesregierung erstmals einen Preis für Computerspiele vergeben - doch wo die Zeremonie stattfinden soll, ist bislang ungeklärt. Leipzig soll gute Chancen haben, wird aber vom Branchenverband BIU unter Druck gesetzt.
Im Wettbewerb um den möglichen Ort der Verleihung des geplanten deutschen Computerspielepreises spielt einem Zeitungsbericht zufolge auch die Frage der Zukunft der Games Convention offenbar eine gewichtige Rolle. Die Auszeichnung soll 2009 im Auftrag der Bundesregierung erstmals für kulturell und pädagogisch wertvolle Spiele verliehen werden. Der bisherige Standort der Games Convention, Leipzig, soll dabei die besten Chancen als Ort der Preisverleihungszeremonie haben. Auch Berlin und München haben sich beworben.
Teile der Spielebranche wollen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) Leipzig allerdings nur dann den Zuschlag erteilen, wenn die Stadt künftig auf die Games Convention verzichte. Die Spielemesse findet nach derzeitigen Erkenntnissen zum letzten Mal am traditionellen Standort auf dem Leipziger Messegelände statt. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hatte den Vertrag mit der Messe Leipzig nicht verlängert und will den Branchentreff ab dem kommenden Jahr nach Köln verlagern. Weil die Leipziger Messegesellschaft die Namensrechte an der Games Convention hält, soll die Messe in Köln dann GAMESCom heißen.
Die Leipziger haben sich aber noch nicht von ihrer Games Convention verabschiedet und denken laut über mögliche Alternativen nach. Das wird im BIU offenbar nicht gerne gesehen. Laut FAZ-Bericht haben sowohl der Verband als auch das Büro des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann (CDU), Bedenken, dass die Preisverleihung wegen der fortgesetzten Standortdebatte Schaden nehmen könnte. Bis heute sei deshalb die eigentlich schon für den 23. Juli anberaumte Entscheidung zum Ort der Preisverleihung nicht gefallen. (vbr)