Täglich tausende Angriffe auf britische Computernetzwerke
Das britische Innenministerium spricht von einer Mischung von Angreifern mit staatlicher UnterstĂĽtzung oder aus terroristischem Hintergrund.
- Florian Rötzer
Tausende von Angriffen sollen täglich auf die zentralen britischen Computernetzwerke verübt werden. Lord West of Spithead, Staatssekretär im britischen Innenministerium und zuständig für Sicherheit und Terrorabwehr, sagte der Times, dass es sich dabei um eine Mischung von staatlich unterstützten Angreifern und solchen handele, "die auf der terroristischen Ebene" handelten. Angegriffen würden in dem "neuen Cyberkrieg gegen Großbritannien" Computernetzwerke von Stromversorgern, Telekommunikationsunternehmen und Banken.
Wenn man das gesamte Spektrum von staatlichen Organisationen über Industriespionage bis hin zu einzelnen Hackern betrachte, so West, dann handele es sich um "eine beträchtliche Zahl von versuchten Angriffen auf unser System. Einige werden sofort entdeckt, andere sind sehr viel geschickter." Die gefährlichsten Angriffe würden von Hackern mit einem terroristischen Hintergrund ausgehen, behauptet West, ohne Beispiele zu nennen. Diese Hacker würden etwa Rüstungskonzerne oder auch das britische Stromnetz NationalGrid angreifen, das stark von Computern abhängt. Bestätigen wollte man dies weder bei Thames Water noch bei BT oder beim National Grid. Dort hieß es nur, man habe "robuste Systeme", um die Infrastruktur zu schützen, und arbeite eng mit den staatlichen Sicherheitsbehörden zusammen.
Gefährlicher scheinen im Augenblick jedoch eher die von Behörden begangenen Datenpannen zu sein, für die sich keine Spione, Hacker oder Terroristen verantwortlich machen lassen. So ist gerade ein Memorystick abhanden gekommen, auf dem sich unverschlüsselt die Daten des zentralen britischen Polizeicomputersystems mit Informationen über alle Strafgefangenen befanden. Das Innenministerium hatte es einer Firma erlaubt, die Daten zu kopieren. Der Stick ist bislang unauffindbar verschwunden. (fr)