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Left 4 Dead: Kooperativ durch die Hölle

In den meisten Ego-Shootern schießen sich die Spieler gegenseitig ab, bei "Left 4 Dead" arbeiten sie dagegen zu viert zusammen. Eine KI schickt dem Quartett immer neue Zombie-Horden entgegen und passt den Schwierigkeitsgrad dynamisch an.

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Von
  • Frank Magdans

Der durch den Ego-Shooter Half-Life bekannt gewordene Entwickler Valve Software hat auf der Games Convention in Leipzig sein neues Spiel Left 4 Dead vorgestellt, das am 21. November für PC und Xbox 360 erscheinen soll. Doug Lombardi von Valve hob auf der Präsentation vor allem die fortschrittliche künstliche Intelligenz (K.I.) hervor. Der "AI Director" fungiert als Regisseur und kontrolliert die angreifenden Zombie-Horden durch einen dynamisch angepassten Schwierigkeitsgrad.

Wenn ein Team also alle angreifenden Zombies im Nu erledigt, gönnt ihm das Spiel so gut wie keine Verschnaufpause. Stattdessen lässt der Regisseur sukzessiv neue Feinde auf die Protagonisten los; auch ekelerregende Boss-Monster tauchen öfters auf. Befindet sich das Team jedoch in arger Bedrängnis und kann den Zombies kaum etwas entgegen setzen, erscheinen keine zusätzlichen Gegner. Stattdessen erhöht die K.I. die Zahl an Erste-Hilfe-Kästen. Der Regisseur passt auch die Musik an die Performance des Teams an. Da die Gegnerwellen prozedural generiert werden, ergebe sich jedes Mal ein anderes Spiel, wenn sich bis zu vier Spieler zum kooperativen Kampf auf den insgesamt 20 Karten online einloggen.

In klassischen Filmen schlurfen Zombies meist langsam voran. Valve orientiert sich mehr an modernen Varianten wie "28 Tage später". Man kann kaum schnell genug gucken, schon wollen einem gleich mehrere blitzschnelle Zombies in den Hals und in die Nase beißen. Zum Glück unterstützen den Spieler stets drei weitere Charaktere. Im Solomodus werden diese ebenfalls von der KI gesteuert. In jedem Fall ist Team-Arbeit gefragt: Wer sich von der Gruppe trennt, hat keine Chance.

Grafisch ist Left 4 Dead eine Augenweide. Valve setzt seine bewährte Source-Engine ein, die selbst auf moderat motorisierten Rechnern erstaunlich gut aussieht. Sie schafft die für das Survival-Horror-Genre typische beklemmende Atmosphäre. Eine sich langsam aufbauende Spannung à la "Resident Evil" sollte aber niemand erwarten. Stellenweise lässt sich die Action nur noch als Gemetzel beschreiben: Köpfe platzen, Blut spritzt und Körperteile fliegen durch die Luft – neuer Stoff für den Index also? Lombardi zufolge werde in der kommenden Woche ein Treffen mit der USK stattfinden, bei dem die genauen Parameter festgelegt werden. Jedenfalls werde es in der deutschen Version keine herumfliegenden Körperteile geben. (Frank Magdans) / (hag)