Deep 3D: Spielsystem mit autostereoskopischem Display und Gestiksteuerung
Der Casual-Games-Hersteller Intenium und die Kary Multimedia AG lassen Spieler ins räumlich dargestellte Geschehen eingreifen – und das wortwörtlich.
(Bild:Â David Grassinger)
Spiele mit plastischer 3D-Grafik in Verbindung mit Gestiksteuerung – darum geht es bei Deep 3D. Der Casual-Games-Hersteller Intenium hat gemeinsam mit dem Hardwarespezialisten Kary Multimedia AG das System auf der heute endenden Games Convention 2008 vorgestellt. Es besteht aus einem autostereoskopischen Monitor, der an einem PC angeschlossen ist, sowie einer Vorrichtung, die über oder unter dem Spieler platziert wird und einen Laservorhang erzeugt. Hinzu kommen die maßgeschneiderten Spiele.
"Autostereoskopisch" bedeutet: Um das dargestellte Bild räumlich zu sehen, ist keine spezielle Brille nötig, sondern der Bildschirm selbst trennt die Bilder fürs linke und rechte Auge und führt sie – meist mit Hilfe von Linsen- oder Prismenrastern – gezielt zu.
Deep 3D braucht speziell entwickelte Spiele. Zu deren Steuerung nutzt man keine herkömmlichen Steuergeräte wie Gamepads, Mäuse oder Joysticks, sondern die Hände. Bewegungen werden dadurch erfasst, dass das System die Unterbrechung von Strahlen eines Laservorhangs registriert und als Befehl auf dem Bildschirm umsetzt. Für den Laservorhang sorgt ein separates Gerät, das es erlaubt, Bewegungen bis zu 3 Meter vom Bildschirm entfernt zu erkennen und umzusetzen.
Wer den auf der Games Convention gezeigten Prototyp zum ersten Mal nutzt, kann diese Art der Darstellung als anstrengend für die Augen empfinden; manche klagten auch über ein leichtes Schwindelgefühl. Das ist jedoch bei stereoskopischen Techniken nichts Ungewöhnliches und kann unterschiedliche Ursachen haben. Das Gehirn benötigt auch eine gewisse Zeit, bis es sich an diese Art der Darstellung gewöhnt hat. Allerdings gibt es eine kleine Gruppe von Menschen, die mit stereoskopischer Technik überhaupt nichts anfangen können, weil sich bei ihnen der beabsichtigte 3D-Effekt schlichtweg nicht einstellt – ungefähr jeder Tausendste ist davon betroffen. Ein weiteres Problem kann der eingesetzte Algorithmus sein. Stellt dieser die getrennten Bilder nicht exakt im Augenabstand dar, muss das Gehirn diesen Fehler durch zusätzliche Arbeit ausgleichen, was zu schneller Ermüdung führt. Die für den Monitor verantwortliche Kary Multimedia AG will das Problem bis zur Marktreife nach Möglichkeit beseitigen. Der Hersteller geht sogar davon aus, bis dahin eine Bildqualität zu erreichen, die vom optischen Eindruck her mit Full-HD-Technik konkurrieren kann.
Der Preis für das System, das im zweiten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen soll, wird nach Herstellerangaben noch auf dem Niveau der ersten Flachbildschirme liegen – genauer wollte man sich nicht äußern, aber es dürfte damit ein Bereich jenseits der 3000 Euro gemeint sein. Man hoffe allerdings, den Preislevel schnell auf ungefähr 1000 bis 1500 Euro senken zu können. Der Preis eines Deep-3D-Spiels soll mit dem eines durchschnittlichen Konsolenspiels vergleichbar sein und somit bei 40 bis 60 Euro liegen. (David Grassinger) / (psz)