Bayern will Elchtest der Gesundheitskarte abwarten
Sozialministerin Christa Stewens (CSU) hat für die Durchführung der 100.000er-Tests der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgesprochen. Die flächendeckende Einführung der Karte ergebe erst Sinn, wenn alle Praxistests abgeschlossen seien.
Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der bayerischen Modellregion Telematik (Baymatik) und des bayerischen Sozialministeriums hat sich Sozialministerin Christa Stewens (CSU) für die Durchführung der 100.000er-Tests der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgesprochen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass eine Karte ausgeliefert werde, die den "Elchtest" nicht bestanden hat. Die flächendeckende Einführung der Karte ergebe erst Sinn, wenn alle Praxistests abgeschlossen seien. Daher könne die Gesundheitskarte zum 1.1.2010 kommen, aber nicht zum April 2008, wie derzeit geplant. Dieser Termin sei nicht zu halten, erklärte Stewens.
Nach Angaben der Baymatik ist der 10.000er-Test in der Testregion Ingolstadt erfolgreich gestartet, nachdem noch im Oktober 30 Prozent der ausgelieferten Test-Gesundheitskarten nach einem Programmierfehler wieder eingezogen werden mussten. Beim sogenannten 10.000er- Test werden die Karten offline getestet. Anders sieht es beim 100.000er-Test aus, der anschlieĂźend in drei Testregionen durchgefĂĽhrt werden soll. In ihm mĂĽssen alle Komponenten der medizinischen Telematik (Kartenterminals, Router, Backendsysteme) online verfĂĽgbar sein. Ingolstadt ist eine der drei Testregionen, in denen der 100.000er-Test durchgefĂĽhrt werden soll.
Auf der offiziellen Webseite zur Einführung der Gesundheitskarte heißt es in der Erklärung der Feldtests noch: "Die 100.000er-Tests bilden den Startpunkt für die bundesweite Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarten." Doch dieser Zeitplan stimmt längst nicht mehr. Stattdessen soll die eGK im Jahr 2008 eingeführt werden, ohne die weiteren Ergebnisse der Feldtests abzuwarten. Dieses Vorgehen wird nicht nur von der bayerischen Sozialministerin kritisiert. Auch die kassenärztliche Bundesvereinigung hat ihr Unverständnis darüber geäußert, weil man auf diese Art lediglich eine "Krankenversichertenkarte mit Bild" einführen würde. Detlef Borchers/ (gr)