Schlechte Zeiten nicht nur in den USA
Im Sog der Finanzkrise gehen weltweit viele Jobs verloren. Analysten nennen für einen einzigen Tag die horrende Anzahl von 21.000 Kündigungen
Katastrophenmeldungen vor allem großer Unternehmen im Verlauf der weltweiten Finanzkrise ist man fast schon gewöhnt. Dass die Krise hierzulande auch bei der mittelständischen Wirtschaft kräftige Folgen zeigen kann, verdeutlicht eine Studie des Wirtschaftsmagazins "Impulse", Die Umfrage unter knapp 500 Mitgliedsunternehmen des Verbands Die Familienunternehmer – ASU hatte ergeben, dass mehr als ein Viertel der mittelständischen Unternehmer in Deutschland die Zahl der Arbeitsplätze in ihren Betrieben reduzieren will. Kleiner Lichtblick: Fast die Hälfte der Familienunternehmer wollen die Stellenzahl in diesem Jahr konstant halten, knapp ein Viertel sogar weiter ausbauen.
Weltweit sieht es derzeit deutlich schlechter aus. So wurden nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg durch die Finanzkrise an nur einem Tag weltweit 21.000 Arbeitsplätze vernichtet. Verantwortlich für diese erschreckende Zahl seien unter anderem die am Freitag angekündigten Entlassungen bei AMD und der Hertz Global Holdings: Der Chiphersteller AMD will 1100 Stellen abbauen, Autoverleiher Hertz will weltweit mehr als 4000 Stellen streichen. Der Krankenversicherer WellPoint Health Networks kündigte die Entlassung von 1500 Arbeitnehmern zum 20. Januar an, die gleiche Anzahl will auch der US-Rundfunksender Clear Channel Communications feuern. Auch General Electric will sich durch Stellenabbau sanieren – etwa 10 Prozent der Angestellten beziehungsweise bis zu 11.000 Leute müssen dort nach Einschätzung einiger Analysten gehen. GE will nach eigenen Angaben zwei Milliarden Dollar einsparen, was unter anderem durch Entlassungen realisiert werden soll.
Auch in Asien hat die Krise längst zugeschlagen. So soll der in China und Taiwan übliche Produktionsstopp anlässlich des Jahreswechsels im chinesischen Kalender (Chinese New Year) am 26. Januar von einer auf teilweise bis zu vier Wochen verlängert werden. Die Auslastung der Fabriken liegt zum Teil bei unter 50 Prozent, weshalb auch dort bereits etliche Zulieferer von Insolvenzen betroffen sind. (uk)