Indonesien entschuldigt sich fĂĽr Internet-Blockade
Um zu verhindern, dass der umstrittene Film "Fitna" des niederländischen Politikers Geert Wilders von indonesischen Internetnutzern abgerufen werden kann, hatte die Regierung gleich ganze Webportale sperren lassen.
Das indonesische Kommunikations- und Informationsministerium hat sich öffentlich für die mehrtägige Blockade von zahlreichen Webportalen entschuldigt, auf denen der umstrittene Film "Fitna" des niederländischen Politikers Geert Wilders abrufbar gewesen sein soll. Betroffen von der Sperre waren außer Googles Videoportal YouTube unter anderem MySpace, Metacafe, Rapidshare, LeveLeak oder auch die Website Multiply.com. "Ich bitte um Verzeihung für die Unannehmlichkeiten, die die Blockade verursacht hat", erklärte Informationsminister Muhammad Nuh jetzt in Jakarta.
Der Regierung war zuvor massiver Protest entgegengeschlagen – allerdings nicht wegen ihrer Haltung gegenüber dem Film, den die über 190 Millionen Moslems im Land wegen seiner islam-kritischen Haltung auch gar nicht gutheißen können, sondern wegen der Tatsache, dass die Blockade ein Großteil des Webangebots in Indonesien lahmgelegt hatte. "Sie zerstören ein Restaurant, um eine Fliege zu zerquetschen", befand beispielsweise die Vereinigung unabhängiger Journalisten. Die Tageszeitung Jakarta Post bezeichnete die Regierungsmaßnahme als "dumm und gefährlich".
Die Internet-Provider waren auf Anordnung von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono angewiesen worden, sämtliche Seiten zu blockieren, die Material des Ende März ins Netz gestellten Films vorhalten könnten. Dies sei eine Maßnahme zum Schutze des Staates gewesen, verdeutlichte Informationsminister Nuh. Man habe eine Vollnarkose einleiten müssen, um einen Tumor zu entfernen. Nachdem der Tumor erfolgreich entfernt worden sei, habe man die Sperre wieder aufheben können. Die ISPs im Land erklärten unterdessen, man sei in der Lage, Seiten auch gezielt zu sperren. Nicht ein Portal wie YouTube sei das Problem, sondern der Film. (pmz)