Elektronischer Dienst- und Truppenausweis kann kommen
Am heutigen Dienstag ist die Änderung der allgemeinen Verwaltungsvorschrift für Dienstausweise in Kraft getreten. Damit ist der Weg für den einheitlichen elektronischen Dienst- und Truppenausweis (eDTA) frei.
Wie das Bundesinneministerium in einer Pressemeldung mitteilt, ist die Änderung der allgemeinen Verwaltungsvorschrift für Dienstausweise in Kraft getreten. Damit ist der Weg für den einheitlichen elektronischen Dienst- und Truppenausweis (eDTA) frei. Der eDTA in Bankkartengröße ist eine Smartcard mit einem kontaktbehafteten und einem kontaktlosen Chip, der für alle Mitarbeiter in den Ministerien, für die Polizei und für die Truppen ab dem Dienstgrad Unteroffizier/Fahnenjunker ausgegeben wird.
Da die Herstellungskosten der Bundesdruckerei bei über 20 Euro liegen, wird der Ausweis nur für Längerdienende ausgegeben. Der eDTA ist wie der elektronische Reisepass mit einem "biometrischen Foto" versehen und funktioniert nicht nur als klassischer Sichtausweis, sondern bietet etliche elektronische Funktionen im Zusammenspiel mit Zutrittskontrollsystemen oder Zeiterfassungsautomaten. Der Ausweis ist für die elektronische Signatur vorbereitet, muss aber von der jeweiligen Behörde selbst eingerichtet werden.
Im Rahmen einer vorhandenen PK-Infrastruktur wird der Ausweis beispielsweise bei der Truppe als "Persönliche Schlüsselkarte Bundeswehr" (PKIBw) eingesetzt, für die ein Bundeswehr-eigenes Trustcenter zuständig ist. Unter Verweis auf die chinesischen Hackerangriffe auf Bundesinstitutionen nutzt die Bundeswehr den kontaktbehafteten Teil des eDTA als sicheres Smartcard-Logon für Truppencomputer.
Zum Inkrafttreten der Verwaltungsvorschrift ermahnte Bernhard Beus, IT-Beauftragter der Bundesregierung, alle Behörden, die alten Papierausweise schnell abzuschaffen: "Nach erfolgreichen Erprobungen sind nun die Behörden gefragt, die neuen Dienst- und Truppenausweise in die Fläche zu bringen", wird Beus in der Pressemeldung zitiert. Insgesamt müssen nach Auskunft des Bundesinnenministeriums rund 500.000 elektronische Dienst- und Truppenausweise produziert werden. (Detlef Borchers) / (pmz)