Bericht: Machtkampf bei ClickandBuy eskaliert

Der Machtkampf um die Führung des Zahlungsdienstleisters spitzt sich immer weiter zu. Die Wirtschaftswoche berichtet, Vorstände und Investoren hätten Gründer und CEO Norbert Stangl bereits für abgesetzt erklärt. Doch Stangl will sich wehren.

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Der Machtkampf in der Führungsspitze des Internet-Zahlungsdienstes ClickandBuy eskaliert. Finanzvorstand Frank Brinker sowie Vertreter der Investoren 3i und Deutsche Telekom hätten Unternehmensgründer und CEO Norbert Stangl für abgesetzt erklärt, berichtet die Wirtschaftswoche. Stangl hält offenbar dagegen. "Ich bin und bleibe der (...) Präsident und CEO unserer Firmengruppe. Alle anders lautenden Aussagen sind illegal und rechtsverletzend", zitiert das Wirtschaftsblatt den geschassten CEO.

Zuvor habe Stangl angekündigt, auf der nächsten Verwaltungsratssitzung der Schweizer Muttergesellschaft Firstgate Holding die Abberufung seines Finanzvorstands Brinker sowie der Vorstandskollegen Rainer Schmitt und Eberhard Dollinger zu beantragen. Sie hätten versucht, zusammen mit einem Investor die Kontrolle der Firma zu übernehmen. Die geplante Sitzung des Gremiums sei offenbar nicht zustande gekommen, statt dessen hätten Vertreter der Investoren die Entmachtung Stangls beschlossen.

Über die Hintergründe hatte die WiWo zuvor berichtet, der Finanzinvestor 3i wolle sich aus dem Unternehmen zurückziehen. Es gebe Pläne für einen Verkauf oder eine Zerschlagung von ClickandBuy. In diesem Jahr habe es auch auf Betreiben von 3i hin Verhandlungen mit mehreren potenziellen Investoren gegeben, um den Bezahldienstleister ganz oder in Teilen an einen Großinvestor zu verkaufen. Gespräche mit einem führenden Kreditkartenunternehmen seien aber gescheitert.

Dem Vernehmen nach sollen die Investoren unter anderem mit dem schwachen Kundenzuwachs sowie der Geschäftsentwicklung unzufrieden sein. Nun wollten sie einen Unternehmensberater von Alix Partners als Interims-Chef installieren, heißt es laut Bericht. Stangl spreche den Vorgängen und dem Beschluss allerdings die rechtliche Wirksamkeit ab und wolle "bei der nächsten ordentlichen gesetzlichen Verwaltungsratssitzung" weiterhin die angekündigte Abberufung der Vorstandskollegen durchsetzen. (vbr)