Neuer Datenbus für Kraftfahrzeuge
Motorola hat sich mit einigen Autoherstellern zur Durchsetzung eines neuen internen Datenbusses in Kraftfahrzeugen zusammengetan.
Die Autohersteller Volkswagen/Audi, BMW, DaimlerChrysler und Volvo haben sich mit dem Kommunikationspezialisten Volcano und dem Halbleiter-Konzern Motorola zur Entwicklung eines neuen Datenbusses für Kraftfahrzeuge zusammengetan. Die Firmen gaben gestern die Gründung einer Industrievereinigung bekannt, die das so genannte Local Interconnect Network (LIN) definieren und entsprechende Techniken durchsetzen will. LIN soll vor allem möglichst kostengünstige Komponenten bieten, um ein hierarchisches Datennetz in Kraftfahrzeugen aufbauen zu können, vor allem zur Anbindung von Sensoren und Aktuatoren in Türen, Rädern oder Sitzen.
Die beteiligten Herstellern am LIN-Konsortium betrachten den neuen Bus nicht als Konkurrenz zu existierenden Netztechniken im Fahrzeug, etwa zu CAN (Controller Area Network) oder dem neuen TTP-Bus (Time Triggered Protocol) von DaimlerChrysler. CAN dient bei vielen Autobauern zur Verbindung von Motorelektronik, Steuerung oder elektronischen Fahr- und Bremshilfen in einem Netz; TTP wurde von DaimlerChrysler speziell unter dem Gesichtspunkt entwickelt, Drive by Wire zu ermöglichen. LIN dagegen soll sowohl die bisherige analoge Steuerung von Peripherie im Auto (etwa die Regelung der Innenraum-Beleuchtung) ersetzen und an das zentrale Netz anbinden als auch neue Überwachungs- und Steuerungsmöglichkeiten bieten, etwa durch Luftdruck- und Regensensoren. Motorola sieht den Einsatzbereich von LIN vor allem dort, wo die Kosten von CAN zu hoch und die Datenrate und Funktionsvielfalt dieses Busses nicht erforderlich sind.
Im Unterschied zu CAN ist LIN ein Master/Slave-Bus. LIN arbeitet mit einer Ein-Draht-Verbindung und wird von der Autobatterie mit Strom versorgt. Das Kommunikationsprotokoll setzt auf ISO 9141 NRZ auf. Das LIN-Konsortium definiert nicht nur das Protokoll selbst und die Hardware-Spezifikation, sondern gleichzeitig auch alle Entwicklungswerkzeuge und APIs für entsprechende Software. Die beteiligten Firmen erwarten, dass sich der neue Bus nicht nur in der Autoindustrie durchsetzt, sondern zukünftig beispielsweise auch in der industriellen Fertigung oder in der Hausgerätesteuerung zum Einsatz kommt. (jk)