Industrie-Größen wollen 3D-Technik für Zuhause fördern
Nach dem Erfolg US-amerikanischer 3D-Kinofilme sollen räumliche Bilder nun auch in den eigenen vier Wänden Einzug halten. Um die Technik zu fördern, haben namhafte Branchenakteure das "3D@Home"-Konsortium gegründet.
In Las Vegas ist am gestrigen Dienstag das "3D@Home"-Konsortium gegründet worden. Der Name deutet es an: Gefördert werden soll 3D-Technik in den eigenen vier Wänden. Zumindest in den USA lassen stereoskopische Filme im Kino bereits die Kassen klingeln. Allein der 3D-Konzertfilm "Hannah Montana & Miley Cyrus: Best of Both Worlds" spielte am Eröffnungswochenende auf 683 Leinwänden 31,1 Millionen US-Dollar ein, das populäre Animationsstudio Pixar will künftig alle seine Produktionen auch in 3D in die Kinos bringen.
Das Konsortium hat sich auf die Fahnen geschrieben, "Heimanwendern ein hochqualitatives 3D-Erlebnis zu bieten und gleichzeitig die Kommunikation innerhalb der Industrie zu unterstützen". Das Ziel: Ein "gesunder und dynamischer Markt" für 3D-Technik. Das alles mag im ersten Moment wie eine Marketingblase klingen, doch lassen die Mitglieder des Konsortiums aufhorchen: Zu den 22 Gründungsmitgliedern gehören neben den Unterhaltungselektronik-Konzernen Philips und Samsung auch Walt Disney Studios Home Entertainment und IMAX. Ebenfalls mit dabei ist das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik (HHI).
Zwar heißt es in einer Pressemitteilung zur Konsortiumsgründung, dass vor allem der Erfolg von 3D im Kino die Branche antreibe, man wolle sich bei 3D@Home jedoch nicht nur auf stereoskopische Filme beschränken, sondern auch 3D-Spiele und "andere Unterhaltung" fördern. Laut Chris Chinnock vom Konsortiumsmitglied Insight Media sind bereits zahlreiche Displays im Handel, die mit entsprechenden 3D-Brillen räumliche Bilder vermitteln könnten. Chinnock schätzt, dass allein in diesem Jahr 3D-fähige Fernseher mit Plasma-, LCD- und DLP-Technik im Wert von zwei Milliarden US-Dollar verkauft werden. Daher sei der Markt groß genug, um das Interesse von vielen Branchenakteuren zu wecken.
Das Konsortium, das als Arbeitsgruppe des United States Display Consortium (USDC) firmiert, wirbt auf seiner Website um Mitglieder. Für 5000 US-Dollar im Jahr kann man einfaches Mitglied werden, für 15.000 Dollar "Leadership Member" – und für 30.000 Dollar im Jahr gibt es sogar einen Platz im Vorstand. (jkj)