Patentbewacher für RFID-Technik

Sieben Unternehmen, die Patente zur UHF-Technik für die Identifizierung von Objekten per Funk halten, haben sich zu einem RFID-Consortium für die gemeinsame Lizenzvergabe ihres Know-hows zusammengetan.

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Von
  • Hans-Peter Schüler

Die Gerätehersteller 3M, HP, LG, Motorola, ThingMagic und Zebra sowie der Dienstleister France Telecom haben gemeinsam ein Lizenzprogramm aus der Taufe gehoben, das anderen Herstellern die Entwicklung und Vermarktung von Produkten zur UHF-RFID-Technik erleichtern soll.

Die Planungen für den Firmenpool reichen weiter als zwei Jahre zurück und konzentrierten sich nach ursprünglichen Ankündigungen auf Errungenschaften, die dem damals bevorstehenden Standard EPCGlobal Generation 2 (PDF) für die drahtlose Erfassung von Handelswaren in Lieferketten und Einzelhandel zugute kommen sollten. Ziel der Kooperation war die unvoreingenommene Lizenzvergabe ohne Rücksicht auf strategische Erwägungen einzelner Patentinhaber, etwa um lästige Mitbewerber auszubremsen. Angesichts der damals geplanten und mittlerweile realisierten weltweiten Standardisierung von Transpondern und Lesegeräten für den Warenverkehr kam dieser Offenheit eine entscheidende Bedeutung zu, die sich auch in den Statuten der Projekturheber (PDF) widerspiegelt.

Diese Erkenntnis hat sich allerdings keineswegs von selbst ergeben: 2004, in den Frühzeiten der RFID-Normung verwickelten sich die Geräteproduzenten Intermec und Matrics in durchaus hitzige Scharmützel um einschlägige Patentansprüche, die jedoch im Interesse der allgemeinen RFID-Verbreitung schnellstmöglich unter den Teppich gefegt wurden. Mit einer dazu passenden Begründung, die Kunden sollten sich nicht auf unterschiedliche Hersteller-Standards einlassen müssen, wurde Matrics kurz danach von der konkurrierenden Motorola-Tochter Symbol geschluckt; Intermec mit mehr als 140 einschlägigen Patenten enthält sich dagegen bis heute der Teilnahme an den erwähnten Lizenzpools.

Obwohl sich das aktuelle Lizenzangebot offiziell immer noch auf die Standards von EPCGlobal und ISO bezieht, dürften Unternehmen wie France Telecom, LG oder Motorola mittlerweile ein ebenso großes Interesse an anderen Einsatzgebieten haben. Dazu zählt die aktuell meist als Near Field Communication (NFC) titulierte Möglichkeit, etwa Fahr- und Eintrittskarten über passend ausgestattete Handys zu bestellen. Hierfür könnte eine vereinheitlichte Lizenzvermarktung immer noch eine deutliche Förderung bewirken, während das Rennen für die Handelsausstattung inzwischen vermutlich gelaufen ist. (hps)