Auch Open-Source-Tools finden geheime Daten
Das Aufspüren versehentlich oder absichtlich gelöschter Daten ist längst keine Domäne teurer Profi-Werkzeuge mehr.
- JĂĽrgen Seeger
Für gut funktionierende Software zur Wiederherstellung gelöschter Daten muss man nicht mehr tief in den Geldbeutel greifen: Kostenlose Tools aus der Open-Source-Welt stehen den kommerziellen Werkzeugen in nichts nach. Einziges Manko ist die fehlende grafische Oberfläche, die die Benutzerführung nicht ganz einfach macht, schreibt das IT-Magazin iX in seiner aktuellen Ausgabe 5/08.
Ob gelöschte Dateien wiederherzustellen sind oder der Zugriff auf geschützte Festplatten gefragt ist: Moderne Forensik-Tools, sogenannte File Carver, sind Ermittlern – zum Beispiel bei der Suche nach kinderpornographischen Inhalten – in vielerlei Hinsicht nützlich. iX hat in seiner aktuellen Ausgabe frei verfügbare Carving-Werkzeuge auf den Prüfstand gestellt.
In der Standardkonfiguration arbeiteten alle Werkzeuge zuverlässig und unterstützten den forensischen Prozess erheblich. Zwar gilt auch hier (wie für kommerzielle forensische Tools), dass die Ergebnisse in der Regel manuell nachgearbeitet sowie korrekt interpretiert werden müssen. Außerdem unterscheiden sich die Ergebnisse im Detail so stark voneinander, dass man sich nie auf ein einzelnes Tool verlassen sollte.
Dennoch dürfte das Ergebnis der Tests nicht nur für die Sicherheitsbehörden interessant sein. Denn die Tatsache, dass es sogar schon kostenlose Werkzeuge zur Wiederherstellung gelöschter Daten gibt, sollte Firmen und Privatleute endgültig davon abbbringen, ausgemusterte Festplatten ohne gezieltes, mehrfaches Überschreiben der Daten zu entsorgen. Zumindest, wenn sie Wert darauf legen, dass vertrauliche Informationen auch vertraulich bleiben.
iX 5/08 ist ab heute im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich oder ohne Versandkosten im iX-Onlineshop. (js)