Red Hat will nicht auf den Consumer-Desktop
Der amerikanische Linux-Anbieter erläutert seine Desktop-Strategie.
Red Hat, Nummer eins im Linux-Markt, sieht in Linux auf dem Desktop von privaten Endanwendern auf absehbare Zeit keinen lukrativen Markt. In einem Blog-Eintrag erläutert Red Hats Desktop-Team die Ziele des Linux-Anbieters in Sachen Linux-Desktop: Man werde weiter am Red Hat Enterprise Linux Desktop für Unternehmen und dem im vergangenen Jahr angekündigten Red Hat Global Desktop für Schwellenländer arbeiten sowie das freie Fedora-Projekt pflegen.
Der Markt für privat genutzte PCs leide hingegen an der Dominanz eines großen Betriebssystemanbieters, und "einige Leute denken immer noch, dass Linux hier keine ernsthafte Alternative darstellt" – was so natürlich nicht mehr richtig sei. Allerdings sehe man keine Chance, in diesem Bereich ein funktionierendes Geschäft aufzubauen.
Während diese Einschätzung richtig sein mag, kommt der Zeitpunkt der Ankündigung doch etwas überraschend. So hat Dell sein im vergangenen Jahr aufgrund von Kundenwünschen gestartetes Angebot an Linux-Desktops gerade um ein neues Modell erweitert, auch Lenovo und Hewlett-Packard unternehmen erste Versuche in Richtung Linux-Desktops – HP sogar mit einem vorinstallierten Red Hat Linux Desktop. Zustimmung kommt allerdings von Konkurrent Novell: Auch Novell-Chef Ron Hovsepian erklärte diese Woche, der Linux-Desktop sei derzeit vor allem ein Thema für Unternehmen. Auf privat genutzten PC-Desktops werde sich Linux erst in drei bis fünf Jahren etablieren können. (odi)