Handel setzt auf Weihnachtsgeschäft
Auch in diesem Jahr werden Geschenke zunehmend ĂĽber das Internet gekauft. Der deutsche Einzelhandel erwartet einen Online-Umsatz von 4,6 Milliarden Euro, gut 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Steigende Preise und zurückhaltende Käufer drücken den Umsatz des Deutschen Einzelhandels in diesem Jahr deutlich ins Minus. Auch wenn das bevorstehende Weihnachtsgeschäft das Niveau des Vorjahres erreichen sollte, rechnet die Branche mit einem realen Umsatzschwund von bis zu minus zwei Prozent, teilte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) mit. Im November hatte der HDE noch ein reales Minus von 1,5 Prozent prognostiziert. Am Jahresanfang war die reale Null angepeilt worden.
Für November und Dezember erwartet die Branche wie im Vorjahr ein Umsatzvolumen von etwa 75 Milliarden Euro. "Heute wäre es ein Erfolg, wenn wir das gute Vorjahresniveau wieder erreichen", betonte HDE- Präsident Josef Sanktjohanser. Im vergangenen Jahr hatten die Unternehmen noch von den vorgezogenen Einkäufen wegen der Mehrwertsteuererhöhung profitiert und beim Weihnachtsgeschäft um nominal 1,2 Prozent zugelegt.
Auch in diesem Jahr werden viele Geschenke zunehmend über das Internet gekauft. Der HDE erwartet einen Online-Umsatz von 4,6 Milliarden Euro, gut 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di angedrohten Streikaktionen werden nach Angaben der Händler nur vereinzelt zu Beeinträchtigungen führen. "Wir glauben nicht, dass die Kunden das spüren werden", betonte Sanktjohanser. Gut ein Drittel der Unternehmen will im diesjährigen Weihnachtsgeschäft in den Abendstunden länger öffnen.
Nach der jüngsten Trendumfrage unter 400 Unternehmen rechnen allerdings nur 37 Prozent der Befragten mit einer positiven Entwicklung für die entscheidenden Konsumwochen des Jahres. Ein Viertel befürchtet einen negativen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts. Die ersten Wochen im November seien eher verhalten gewesen, hieß es.
Trotz anhaltend steigender Energiepreise und fehlender Konsumlust der Verbraucher zeigt sich der HDE verhalten optimistisch in Bezug auf Weihnachten und blickt auch positiv in das kommende Jahr. "Natürlich stören die höheren Preise für Energie. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen", sagte der Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Vor allem Konsumartikel seien von den Preissteigerungen nicht betroffen. Der aktuelle Konsumklimaindex, wonach sich die Stimmung der Verbraucher zum Jahresende weiter verschlechtert hat, sei zwar ein Signal. Doch hofft die Branche darauf, dass "sich das auch wieder beruhigt".
So werde für 2008 damit gerechnet, dass die Preise für Öl und Gas wieder etwas zurückgehen und die Lebensmittelpreise moderater steigen. Dann könnte auch der Umsatz um real 0,75 Prozent auf insgesamt rund 400 Milliarden Euro wachsen. (dpa) / (jk)