Mozilla will Nutzerverhalten für Testplattform aufzeichnen

Um die Usability ihrer Software zu verbessern, arbeiten die Mozilla-Entwickler an einer Testplattform. Daten hierfür soll ein Add-on liefern, das den Umgang der Nutzer mit den Programmen aufzeichnen und an Mozilla senden soll.

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Die Mozilla-Entwickler arbeiten seit März 2008 an einer Testplattform, aus der sie neue Erkenntnisse für die Verbesserung ihrer Software ziehen wollen. Mit Hilfe der Plattform "Test Pilot" will Mozilla eine repräsentative Auswahl an Firefox-Nutzern zusammenbringen, die bereit sind, über ein installiertes Add-on per Umfragen ermittelte oder automatisch generierte Daten zu ihrem Umgang mit der Software zu liefern. Nun sucht Mozilla Interessierte, die ihre Ideen zu dem Projekt direkt oder über die Mozilla-Foren, IRC oder einem Wiki einbringen wollen. Außerdem wurde eine Vollzeitstelle als "Test Pilot/Usability Catalyst" eingerichtet, für die sich Interessierte bewerben können.

Die Plattform "Test Pilot" hatte Mozilla-CEO John Lilly im Mai vorigen Jahres erwähnt. Seinerzeit erwähnte er auch ein Projekt namens "Spectator", bei dem ein Add-on Daten rund um die Firefox-Konfiguration eines Nutzers sammelt und an Mozilla schickt. Das Bedürfnis der Mozilla Foundation, mehr über ihre Nutzer und ihren Umgang mit dem Internet im Gesamten wissen zu wollen, stieß bei Datenschützern auf Skepsis.

Die Mozilla-Entwickler beschäftigt Fragen wie zum Beispiel wie viele Tabs ein Nutzer im Durchschnitt geöffnet hat, wie oft der Seitenladestopp-Knopf gedrückt wird oder wie oft ein Nutzer einen neuen Tab öffnet, um eine Suche zu starten. Die quantitative Beantwortung dieser Fragen könne bei der Firefox-Entwicklung helfen, schreibt Firefox-Entwickler Aza Raskin nun. Bisher stünden dafür aber nur Umfragen, Erlebnisberichte und Rückmeldungen neuer Nutzer bereit.

Das Add-on soll nicht ständig Daten zur Nutzung in Form eines konstanten "Click-Streams" aufzeichnen, sondern nur jeweils nach einem konkret aufgestellten Bedarf der Entwickler. Es würden generell nur anonmyisierte Daten erhoben und diese aggregiert unter einer Open-Content-Lizenz veröffentlicht. Alle Daten, die einen Rückschluss auf die Nutzer zuließen, würden ausgesondert, versichert Raskin. Er schreibt auch, dass es eventuell möglich sei, die an Notebooks installierte Webcam zu nutzen, um den Blicken der Firefox-Nutzer zu folgen. Die Testplattform sei so angelegt, dass künftig auch andere Mozilla-Software wie Thunderbird oder SeaMonkey einbezogen werden könne. Zudem können alle Interessierte Anfragen mit eigenen Fragestellungen einreichen, die mit Hilfe des Testpanels beantwortet werden sollen. (anw)