Combots: Weiter Verluste und die schwarze Null am Horizont
Die Karlsruher Internet-Revolutionäre zehren weiter von ihrem dicken Aktienpaket und sehen sich mit Restrukturierung und Neuausrichtung auf Kurs. Unter dem Strich dennoch das gewohnte Bild: 1,6 Millionen Euro Verlust.
Die Karlsruher Combots AG wartet weiter auf Umsatz. Das Karlsruher Unternehmen, ursprünglich angetreten, um die globale Online-Kommunikation zu revolutionieren, unterzieht sich einer harten Schlankheitskur und will 2008 mit neuem Namen und frischem Geschäftsmodell endlich eine schwarze Null schreiben. Geld haben die Karlsruher genug in der Schatulle: Combots hält 9,2 Prozent an United Internet. Operativ gibt es jedoch immer noch keine Einnahmen zu vermelden. Bei 0 Euro Umsatz wundert wenig, dass unter dem Strich weiter rote Zahlen stehen.
Combots hat den Verlust im Vergleich zum Vorjahresquartal von 7,2 auf 1,6 Millionen Euro senken können. Inzwischen wurde ein auf globale Reichweite angelegtes System eingemottet und das Team verkleinert. Eine Restrukturierung verschlingt Geld, noch belastet das Combots-Fiasko die Bilanz mit 700.000 Euro. Und auch ein kleiner Karlsruher Internetdienstleister verursacht Kosten. Der Verlust der fortgeführten Geschäftsbereiche stieg im Quartalsbereich von 706.000 auf 904.000 Euro.
Combots sieht sich auf Kurs. Die eingeleitete Restrukturierung sowie die Neuausrichtung liefen planmäßig, teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag in Karlsruhe mit. Im Laufe des Jahres sollen die Maßnahmen "plangemäß voll zum Tragen kommen" und dem Unternehmen zum Jahresende ein "ausgeglichenes Ergebnis für das Gesamtjahr" bescheren. Dann wird auch der belastete Name Combots Geschichte sein und die Karlsruher sich unter dem Firmenbanner "Kizoo AG" dem Beteiligungsgeschäft widmen.
Den neuen Namen und das Geschäftsmodell sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 6. Mai abnicken und die Anleger erstmals von der guten Entwicklung des Aktienpakets profitieren. Combots will eine Dividende von 1,20 Euro pro Anteilsschein ausschütten. Das werde durch beachtliche stille Reserven möglich, die im Oktober 2005 durch den Verkauf des Internetportals web.de an United Internet erlöst worden seien, hieß es. Unterdessen brachte Combots 17 Millionen der insgesamt 23,2 Millionen gehaltenen United-Internet-Aktien in die hundertprozentige Tochter Combots International GmbH ein.
Für das Geschäftsjahr 2007 hatte das Unternehmen einen Verlust von 36,6 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr: 33,3 Millionen Euro). Dem stehen nach Unternehmensangaben Kursgewinne in Höhe von 96 Millionen Euro durch das United-Internet-Aktienpaket gegenüber. Im Herbst 2007 hatte Combots zunächst beschlossen, die Weiterentwicklung der gleichnamigen Kommunikationssoftware mangels Nachfrage zu stoppen. Später wurde der Dienst dann komplett eingestellt. (vbr)