Microsoft-Forschung: stromsparende Server und Zeicheneingabe ohne Tastatur
Auf den Techfest demonstrierten chinesische Microsoft-Entwickler eine neue Eingabemethode per Kamera. Neben anderen Forschungsvorhaben zeigte Microsoft auch stromsparende Server fĂĽr seine Rechenzentren.
- Erich Bonnert
Auf seinem Techfest, einer jährlich in Redmond stattfindenden internen Ausstellung der sechs Microsoft-Forschungszentren, demonstrierten chinesische Microsoft-Entwickler eine neue Eingabemethode per Kamera. Neben anderen Forschungsvorhaben zeigte der Softwarekonzern auch Hardware-Projekte: Microsoft untersucht stromsparende Server für seine Rechenzentren.
(Bild:Â Microsoft)
Das System "Write in the Air" registriert mit Hilfe einer einfachen, in der Nähe des Displays platzierten Web-Kamera Handbewegungen des Benutzers. Ein eigens entwickeltes Programm erkennt so in der Luft geschriebene Schriftzeichen. Der Prototyp kann laut Microsoft lateinische Buchstaben sowie chinesische, japanische und koreanische Zeichen deuten. Zur besseren Erkennung durch die Kamera muss der Anwender derzeit noch einen Gegenstand in der Größe eines Tennisballs oder eines Apfels in der Hand halten. Aber auch ein Xbox-Controller sei gut dafür geeignet, erklärte Microsoft.
Die Entwickler des Pekinger Labors halten das für eine interessante Eingabemethode etwa für Spielkonsolen oder interaktive TV-Systeme, die ohne Tastatur auskommen. Konkrete Produktpläne gäbe es allerdings noch nicht.
Im Redmonder Labor hat Microsoft einen eigenen Server-Prototyp aus Intels Atom-CPUs gebaut. Ein Server-Schrank aus 50 doppelkernigen Atom-Prozessoren soll zwischen 30 und 50 Prozent der Leistung marktĂĽblicher Server erzielen, dabei aber maximal ein Zehntel der Energie verbrauchen. Die Chips sind mit einem speziellen Mesh-Netzwerk verkoppelt. Dieses ist auch Teil von Microsofts Netzarchitektur "Monsoon", die Grundlage der Rechenzentrumsarchitektur aus Redmond werden soll. (Erich Bonnert) / (jk)