Schrumpfender Umsatz und steigender Gewinn bei Bertelsmann

Während Europas größter Medienkonzern im vergangenen Halbjahr den Gewinn steigerte, machte sich beim Umsatz die anhaltende Dollarschwäche und ein verschlechtertes Konsumklima bemerkbar.

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Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat im ersten Quartal einen Konzerngewinn von 372 Millionen Euro erzielt, 51 Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) stieg von 472 Millionen auf 637 Millionen Euro. Der Umsatz ließ hingegen von 7,7 Milliarden auf 7,6 Milliarden Euro nach. Als Gründe für den Rückgang gibt das Unternehmen in einer Mitteilung die anhaltende Dollarschwäche und die Konjunktur an.

Der Umsatz der RTL Group ging leicht von 2,89 Milliarden auf 2,86 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis schrumpfte von 510 Millionen auf 494 Millionen Euro. Beim Ergebnis erzielte die Mediengruppe RTL Deutschland ein deutliches Plus, während der operative Gewinn der Groupe M6 in Frankreich durch eine hohe Programminvestition für die Übertragungsrechte zur Fußball-Europameisterschaft gemindert wurde, erläutert Bertelsmann.

Die Verlagsgruppe Random House hat einen Umsatzrückgang von 832 Millionen auf 766 Millionen Euro zu verkraften. Das operative Ergebnis betrug in den vergangenen sechs Monaten 44 Millionen Euro gegenüber 31 Millionen im Vorjahr. Als Gründe für die Entwicklung gibt Bertelsmann negative Wechselkurseinflüsse, ein verschlechtertes Konsumklima in einigen Kernmärkten sowie steigende Fracht- und Marketingkosten an. Der Magazinverlag Gruner+Jahr verzeichnete einen Umsatzrückgang von 1,38 Milliarden auf 1,36 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte leicht von 116 Millionen auf 117 Millionen Euro zu.

Der Umsatz des Medien- und Kommunikationsdienstleisters Arvato stieg von 2,24 Milliarden auf 2,27 Milliarden Euro, das operative Ergebnis wuchs von 101 Millionen auf 102 Millionen Euro. Der Dienstleistungsbereich habe vom vom anhaltenden Trend zum Outsourcing profitiert sowie von einer starken Nachfrage nach Service-Center-Leistungen und einem gut laufenden Logistikgeschäft. In den Halbjahreszahlen nicht enthalten sind durch die 50-Prozent-Beteiligung am Musik-Joint-Venture Sony BMG erzielten Ergebnisse. Bertelsmann verkauft seinen Anteil an Sony.

Hartmut Ostrowski, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten "angesichts schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen" zufrieden. Jetzt würden der Ausbau und die Stärkung der bestehenden Geschäfte sowie der Aufbau neuer Geschäfte in den Vordergrund treten, so etwa im Bereich Bildung oder regional in den Wachstumsmärkten Osteuropa und Asien. Zudem profitiere Bertelsmann mit einer intensiven Nutzung der digitalen Verbreitungswege und mit "innovativen Medienangeboten" für Internet oder Mobiltelefone von den Chancen der Digitalisierung. (anw)