Übernahmepläne der France Telecom lassen Aktie einbrechen
Analysten mehrerer Finanzinstitute stuften ihre Bewertung von France Telecom wegen der "Unklarheit" der Strategie deutlich herunter.
Die Überlegungen der France Telecom (Orange) zur Übernahme skandinavischer Konkurrenten wie TeliaSonera oder Telenor stoßen an den Märkten auf Ablehnung: Seit Bekanntwerden der Pläne am Mittwoch verlor die Aktie mehr als ein Siebtel ihres Wertes. Analysten mehrerer Finanzinstitute stuften ihre Bewertung von France Telecom wegen der "Unklarheit" der Strategie deutlich herunter. Der Konzern versuchte die verunsicherten Anleger am Freitag zu beruhigen. France Telecom wolle sich in Mittel- und Osteuropa verstärken, "wenn das sinnvoll" sei, und verfolge auch andere Strategien, hieß es.
Die norwegische Regierung ist anscheinend nicht bereit, ihren Mehrheitsanteil an Telenor zu verkaufen. Dagegen ist Schweden für ein Angebot für seinen Anteil von 37 Prozent an TeliaSonera offen. Finnland hält weitere 13,7 Prozent. Die Aktie der TeliaSonera profitierte von den Übernahmeberichten mit einem Kursanstieg binnen drei Tagen um gut ein Zehntel. Einschließlich der Schulden könnte eine Übernahme des Konzerns 30 Milliarden Euro kosten. France Telecom ist nach dem Kursrutsch an der Börse mit 51 Milliarden Euro doppelt so viel wert wie die schwedisch-finnische TeliaSonera.
TeliaSonera ist stark in ganz Skandinavien und den baltischen Staaten sowie in den großen Wachstumsmärkten Russland und Türkei. Orange hält hohe Marktanteile in Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz sowie in Polen, Rumänien und der Slowakei. Die Märkte ergänzen sich also. Allerdings sehen viele Analysten in den Übernahmeplänen einen reinen Drang zur Größe, während sich die wahre Konkurrenz mit Internetfirmen wie Google anbahne. Die Skandinavier sind deutlich rentabler als der einstige französische Monopolist, an dem der Staat noch mit 18,17 Prozent beteiligt ist. (dpa) / (jk)