Formula Zero: Emissionsfreies Rennen um den nullten Platz
In der von der FIA anerkannten Rennklasse traten in den Niederlanden erstmals Gokarts mit Brennstoffzellen-Antrieb gegeneinander an.
(Bild:Â Formula Zero/Peter Luckel)
Motorsport und Umweltschutz sind zwei Dinge, die sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen. Anders bei der Formula Zero für Gokarts mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb: Am vergangenen Wochenende fand im niederländischen Rotterdam das erste Rennen der Serie statt. An den Rennen können nur Fahrzeuge teilnehmen, die emissionsfrei und somit umweltfreundlich laufen. In der "Formel Null" steht der Gewinner dann auch nicht auf dem ersten, sondern auf dem nullten Platz.
Teams von Universitäten aus Großbritannien, den USA, den Niederlanden, Spanien und Belgien traten bei dem Rennen in zwei Disziplinen gegeneinander an: Langstrecken- und Sprintrennen. Das niederländische Team "Greenchoice Forze" von der Technischen Universität Delft gewann das Langstreckenrennen und erreichte damit den begehrten nullten Platz. Das spanische Team "EuplatecH2" von der Eupla Universität in Saragossa setzte sich im Sprint-Wettbewerb mit der schnellsten Rennrunde durch. Nicht die schnellsten, aber die zuverlässigsten Renner im Feld stellte das britische Team "Imperial Racing Green" vom Imperial College in London.
Die Motorport-Fans Godert van Hardenbrock und Eelco Rietvied gründeten die Rennklasse 2003 in Amsterdam. Inzwischen wurde der Wettbewerb auch von der Fédération Internationale de l'Automobile (FIA) anerkannt. Die Veranstalter sehen in dem Rennen eine umweltfreundliche Alternative zur Formel 1, bei der mit Benzin (dem derzeit knapp 6 Prozent Biomasse beigemischt wird) und Verbrennungsmotoren gefahren wird. Bisher treten die Teams in der Formel Null lediglich mit Gokarts an, doch hoffen die Veranstalter auf eine Erweiterung der Rennklasse, sobald das Interesse am "grünen Motorsport" wächst.
Zur Energiegewinnung greifen die Teilnehmer nach Angaben der Veranstalter auf zwei emissionsfreie Verfahren zurück: Elektrolyse von Wasser und Dampfreformierung, bei der Wasserstoff aus kohlenstoffhaltigen Energieträgern wie Biomasse gewonnen wird. Das nächste Rennen der Formula Zero findet im März 2009 im Rahmen der National Hydrogen Association Conference and Hydrogen Expo in Columbia im US-Bundesstaat South Carolina statt. Vielleicht fällt den Teilnehmern bis dahin ja auch noch eine Lösung für die negativen Begleiterscheinungen der zahlreichen Rennsportserien ein, die jedes Jahr rund um den Globus ziehen. Zero Emission könnte dann beispielsweise bedeuten: Anreise ausschließlich per Segelschiff. (Paula Grüneberg) / (vbr)